Bonn als Standort für Medizin-Start-ups

Wie bewerten Gründer Bonn als Standort für medizinische Start-ups? Die Meinungen darüber gehen auseinander. Bomedus-Gründer Tobias Weigl, dessen Start-up Stimulationsbänder gegen Schmerzen herstellt, bemängelt den mangelnden Rückhalt in der Stadt. „Wir haben hier leider keine Unterstützung durch die Stadt erfahren, seien es Fördergelder oder vergünstigte Räume“, sagt Weigl, dessen Firma im Forschungszentrum Caesar sitzt. Andere Städte würden mehr für Gründer tun. Das Arzneimittel-Start-up Rigontec, Ausgründung des Exzellenzclusters ImmunoSensation, verlagert seinen Standort inzwischen nach München. Ein Teil des Unternehmens verbleibt aber laut Mitbegründer Gunther Hartmann hier. Man wolle die exzellente Forschungsinfrastruktur in Bonn weiter nutzen. Rigontec habe nun ein Stadium erreicht, für das die Flächen im Life & Brain Gebäude auf dem Gelände der Uniklinik in Bonn nicht mehr ausreichten. „Bonn bietet für Biotech-Firmen keine passende Infrastruktur“, so Hartmann. Hier sei die Politik gefragt, ein entsprechendes Angebot für junge Biotech-Firmen zu schaffen. „In der jetzigen Situation sind junge erfolgreiche Firmen wie Rigontec gezwungen, den Standort zu wechseln.“ Anders bewertet Quereinsteigerin Katrin Reuter die Situation in Bonn. Sie habe viel Unterstützung erfahren und die Hilfe von Experten und anderen Gründern in Anspruch nehmen können. „Dass es hier in Beuel möglich ist, ein Start-up für ein Medizinprodukt zu gründen, finde ich toll“, sagt Reuter.