Inspirationstour nach Singapur

Bezirksbürgermeisterin aus Bad Godesberg geht auf große Reise

Werben für mehr digitale Bildung an Schulen (von links): Guido Déus, Simone Stein-Lücke, Frank Thelen, Dominik Stute (IHK Dortmund) und Almut Schmitz (NRW International).

Werben für mehr digitale Bildung an Schulen (von links): Guido Déus, Simone Stein-Lücke, Frank Thelen, Dominik Stute (IHK Dortmund) und Almut Schmitz (NRW International).

Bonn. Simone Stein-Lücke, Gründerin der Bildungsinitiative BG 3000 und Bezirksbürgermeisterin aus Bad Godesberg, reist im April mit der NRW Außenwirtschaftsförderung nach Singapur. Dort will sie an fünf Schulen neue Ideen für ihre Smart Camps aufgreifen.

Vergangenes Jahr New York, nun Singapur: Als eines von neun Start-ups nimmt die Bonnerin Simone Stein-Lücke mit ihrer Bildungsinitiative BG 3000 vom 8. bis 13. April erneut an einer von der NRW-Außenwirtschaftsförderung organisierten Unternehmerreise teil. An fünf internationalen Schulen in dem asiatischen Land, das auch als Tigerstaat bezeichnet wird, will sie sich rund um das Thema digitale Bildung inspirieren lassen und im Idealfall neue Ideen für ihre Smart Camps mit nach Hause nehmen. „Wir wollen dort herausfinden, wie Asien lernt“, sagt Stein-Lücke, die zudem Bezirksbürgermeisterin in Bad Godesberg ist.

In den von ihr organisierten Camps beschäftigen sich Schüler mit verschiedenen Aspekten der Digitalisierung. Neben der Gestaltung von Social-Media-Beiträgen gehören dazu auch die Themen Datensicherheit, Cybermobbing oder Fake News. Seit dem Start der Initiative im Jahr 2015 haben bisher rund 12 000 Schüler und 60 Schulen an den Workshops teilgenommen, darunter auch die Integrierte Gesamtschule Beuel oder das Bad Godesberger Nicolaus-Cusanus-Gymnasium. Für die Schulen sind die Kurse kostenlos, da sich BG3000 aus Mitteln aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft finanziert.

Viel Nachholbedarf bei digitaler Bildung

Einer der Unterstützer ist der Bonner Investor Frank Thelen. „Deutschland wird bei der Digitalisierung noch weiter zurückfallen, wenn diese in den Schulen keine Rolle spielt“, meint Thelen. Für ihn bietet digitale Bildung auch die Chance, Schüler für Lerninhalte neu zu begeistern – so wie es bei ihm der Fall war: „Ich war selbst ein schlechter Schüler, bis mein Vater eines Tages einen Computer mit nach Hause gebracht hat. Dieser war dann ein Werkzeug, das mich interessiert und beim Lernen geholfen hat.“

Dass es bei der digitalen Bildung in Deutschland noch viel Nachholbedarf gibt, betont der Bonner CDU-Landtagsabgeordnete Guido Déus, zugleich Schirmherr des Smart Camps an der Gesamtschule Beuel im Juli des vergangenen Jahres. „Wir können und müssen im Bereich des digitalen Know-hows und der Wertevermittlung im digitalen Zeitalter noch besser werden und früher ansetzen“, sagt Déus. Von Digitalisierung als konkretem Schulfach halten er und Stein-Lücke aber nichts. „Es dauert viel zu lange, bis Lehrer dafür ausgebildet sind und das Fach in den Stundenplan aufgenommen werden kann“, meint Stein-Lücke.