Kommentar zur Telekom

Beteiligung respektieren

Das Logo der Deutschen Teleom leuchtet auf dem Dach der Unternehmenszentrale in Bonn.

Das Logo der Deutschen Teleom leuchtet auf dem Dach der Unternehmenszentrale in Bonn.

Bonn. Der Ausbau des Mobilfunknetzes geht in Deutschland zu langsam voran. Es wäre aber falsch, die einzelnen Proteste über die Bürger hinweg durchzupeitschen. Ein Kommentar.

. Der Ausbau des Mobilfunknetzes unterliegt seit seinen Anfängen denselben Gesetzmäßigkeiten: Er geht aus Sicht der Kunden nicht schnell genug. Und aus Sicht der Unternehmen ist die Zahlungsbereitschaft der Kunden nicht hoch genug. Insofern ist es ein Wunder, dass Deutschland überhaupt bei der fünften Generation des Mobilfunks angekommen ist.

Die Geschwindigkeit des Netzausbaus hat auch viel mit der Zahl der Mobilfunkmasten zu tun, die errichtet werden können. Und hier hält Deutschland eine unrühmliche Position: Die Genehmigung eines neuen Mobilfunkmastes dauert nach Telekom-Angaben in Deutschland länger als in allen anderen Ländern. Zwei Jahre sind als durchschnittliche Genehmigungsfrist natürlich für die Branche eine problematische Zeitdauer. Allerdings ist den Deutschen die Beteiligung der Bürger an einzelnen politischen Entscheidungen und Planungsprozessen auch ein hohes Gut.

Dementsprechend sind Bürgerinitiativen, die sich beispielsweise aus Naturschutzgründen gegen einen neuen Standort für einen Mobilfunkmast aussprechen, ein Teil der Willensbildung der Gesellschaft. Verzögerungen sind für den Teil der Gesellschaft lästig, der unter einem Funkloch leidet. Allerdings kann die Alternative wohl nicht sein, solche Entscheidungen gegen alle Bürgerproteste durchzupeitschen. In einer auf Interessenausgleich bedachten Gesellschaft sollten Ausbauverzögerungen durch Bürgerbeteiligungen gelassen hingenommen werden. Das ist ein positives Merkmal.