Tafel am Flughafen Köln/Bonn

Aus der Fallblattanzeige werden Uhren

Arbeiten auf luftigem Gerüst: In der Abflugebene der Terminals 1 schraubt die Firma Vierkant die Fallblattanzeige ab.

KÖLN. Essener Designer schrauben traditionelle Tafel am Flughafen Köln/Bonn ab und verarbeiten sie weiter. Mehr als 1000 Module haben die drei Gründer der Industriedesign-Firma abgeschraubt. "Und die letzte Anzeigetafel möchten wir auch haben", sagt Georg Moser von Vierkant.

Das Rauschen der Anzeigetafeln auf dem Flughafen Köln-Bonn erinnert wohl jeder, der dort schon mal auf einen Abflug oder auf ankommende Angehörige gewartet hat. Flüge, Verspätungen oder Annullierungen wurden jahrzehntelang auf sogenannten Fallblattanzeigen dargestellt. Jetzt verschwinden diese Wahrzeichen nach und nach.

In den letzten Jahren wurden die Anzeigetafeln auf die geräuschlose Flüssigkristallanzeige-Technik (LCD) umgestellt. Am Dienstag hat das Start-up-Unternehmen Vierkant aus Essen die vorletzte Fallblattanzeige-Tafel am Flughafen Köln/Bonn abmontiert, die dort 30 Jahre ihren Dienst tat. Mehr als 1000 Module haben die drei Gründer der Industriedesign-Firma abgeschraubt. "Und die letzte Anzeigetafel möchten wir auch haben", sagt Georg Moser von Vierkant.

 Der Maschinenbau-Student und seine zwei Mitgründer Bernd Holarek und Jonathan Overhoff haben vor einiger Zeit Kontakt zum Flughafen aufgenommen, um zu fragen, ob ihnen die alten Anzeigetafeln überlassen werden. Denn sie wollen daraus Wortuhren machen, bei denen die Zeit als Wort dargestellt wird. Mit der Verarbeitung alter Industriegegenstände haben die Essener Erfahrung: Sie verarbeiten alte Bahnhofsuhren weiter zu Unikaten. "Wir haben zehn Tonnen Material im unserem Lager", sagt Moser. Technik mit Geschichte fasziniert die Firmengründer. "Es ist damals alles hochwertig verarbeitet worden", berichtet der 28-Jährige. Nur leben können die Gründer noch nicht von ihren Designobjekten.