Messe in Köln

600 Millionen Euro für Um- und Ausbauten sowie Modernisierung

Im Süden des Kölner Messegeländes entsteht eine Kongresshalle für bis zu 4000 Besucher. (Foto: Koelnmesse

Im Süden des Kölner Messegeländes entsteht eine Kongresshalle für bis zu 4000 Besucher.

KÖLN. Die Kölner Messe kann mit dem Umbau des Messegeländes beginnen. Die Eigentümer, die Stadt Köln und das Land NRW, haben gestern grünes Licht für das "bedeutendste Investitionsprogramm in der Geschichte des Unternehmens" gegeben, wie es Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters nannte.

Bis 2030 will die Messe insgesamt 600 Millionen Euro in Um- und Ausbau des Geländes sowie in die Modernisierung stecken. "Wir schaffen nachhaltig das attraktivste innerstädtische Messegelände der Welt und haben auch 2030 unseren Platz unter den Top Ten der globalen Messebranche", sagte Messe-Chef Gerald Böse. OB Roters, der auch Aufsichtsratschef der Messe ist, nannte die "Investitionen ohne Alternative für die Zukunft des Messestandortes Köln". Nur so sichere man auf lange Sicht die jährlichen Milliardenumsätze in Stadt und Region und die Millionen von Gäste in Köln, die mit der Messe verbunden seien.

Dafür verzichten die Eigentümer auf Gewinnausschüttung. Denn die Messe will die Investitionen ohne Zuschüsse und aus eigener Kraft sowie mit Krediten finanzieren. Gewinnausschüttungen sind da nicht drin.

Zunächst wird ein neues Parkhaus unter einer der Rampen der Zoobrücke gebaut mit 1700 Stellplätzen für Pkw und zusätzlichem Platz für Lkw. Bis Mitte 2018 entsteht eine neue Halle entlang der Hallen 2 und 4, die als Ausweichquartier während der Sanierung von Hallen dient. Besucher und Aussteller sollen durch die Umbauten möglichst wenig belastet werden. Gebaut werden auch ein Kongresszentrum sowie ein Eingangsterminal für Zugänge von Süden, Osten und Westen.

Das Kongresszentrum, das sich die Messe schon lange gewünscht hat, entsteht über der Messehalle 1. Ein Multifunktionsbau für Messen, Kongresse und Firmenveranstaltungen auf 5500 Quadratmetern Fläche für bis zu 4000 Besucher. Genau das fehle in Köln bislang. Über 70 Anfragen zu Veranstaltungen habe es im letzten Jahr gegeben, die man mangels geeigneter Räume nicht habe annehmen können, so Messe-Chef Gerald Böse.

Die Kongresshalle "Confex" soll auch für Messen genutzt werden, die wie die Anuga oder die Möbelmesse jetzt schon aus allen Nähten platzen. So rechne sich die Investition. Finanzvorstand Herbert Marner erwartet bereits in den ersten zehn Jahren eine positiven Ergebnisbeitrag der Kongresshalle, auch dann wenn die Kapitalkosten berücksichtigt werden.

Überhaupt sieht sich die Messe, die die Investitionen allein stemmt, nicht auf dem finanziellen Hochseil. Mitte 2013 sei klar geworden, dass das Unternehmen nachhaltig profitabel sei, so Böse. Das heißt, dass Verluste in schlechten Messejahren, das sind die geraden Jahre mit weniger Veranstaltungen, in guten Jahren überkompensiert werden. So erwartet die Messe zwar 2014 einen Verlust und 2016 wieder. Danach soll es nur noch schwarze Zahlen geben. Und Finanzvorstand Herbert Marner geht für die Jahre 2015 bis 2019 von einem durchschnittlichen Vorsteuergewinn von 14 bis 15 Millionen pro Jahr aus.

Außerdem hat die Messe 2016 die letzten Schulden für die Halle 5 getilgt, die neueste der "alten" Südhallen, die 1999 entstand, während die erste 1963 gebaut wurde. So will die Messe auch nur den kleineren Teil in Höhe von 204 Millionen Euro, die bis Ende des ersten Bauabschnitts im Jahre 2020 reichen, für den jetzt grünes Licht gegeben wurde, mit Krediten finanzieren.

Und immer wieder werde überprüft, so Marner, ob die Baukosten im Rahmen bleiben und die Baumaßnahmen zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Messe passen. Auch lässt sie sich fünf Jahre mehr Zeit als ursprünglich geplant, als das Umbauprojekt noch Masterplan 2025 hieß.

Diese Zeit brauchten aber auch die geplanten umfangreichen Modernisierungsarbeiten in den Südhallen, so Böse. Hier funktioniere zwar alles, aber Be- und Entlüftung, Toiletten oder Verkabelung sind nicht auf dem neusten Stand. Dass eine Modernisierung nötig ist, daran lässt Böse keinen Zweifel. Mehrere deutsche Messegesellschaften legen gerade umfangreiche Modernisierungsprogramme auf. Ein Spitzenplatz unter den globalen Messegesellschaften gelte es zu verteidigen. "Die Qualität und die Attraktivität des Geländes sind dafür Ausschlag gebend", so Böse.