Angespannter Wohnungsmarkt 353 Euro kostet ein WG-Zimmer in Bonn

Studenten in Bonn zahlen derzeit im Schnitt 353 Euro für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft.

Bonn. Studentenwohnungen in Bonn sind, anders als in vielen anderen Städten, innerhalb des vergangenen Jahres im Schnitt etwas günstiger geworden. Die Lage bleibt dennoch angespannt.

Die Wohnsituation für Studierende in Deutschland hat sich 2018 weiter verschlechtert. Vor allem in ohnehin begehrten Hochschulstädten ist es noch schwieriger geworden, eine passende und bezahlbare Unterkunft zu finden. Zu diesem Ergebnis kommt das Moses Mendelssohn Institut (MMI) in Kooperation mit dem Immobilienportal WG-Gesucht.de bei einer Untersuchung zu Zimmern in Wohngemeinschaften (WG) an 96 Standorten mit mehr als 5000 Studierenden.

Die Städte Köln und Bonn rangieren im Ranking auf den Rängen 5 und 13. Die Hochschulregion Rhein-Sieg mit den Standorten Alfter, Bad Honnef, Hennef, Rheinbach und Sankt Augustin belegt Platz 26. Das Ranking der Studienorte, in denen die Situation besonders angespannt ist, ist das Ergebnis einer Analyse von 23 Faktoren. Neben der Preis-Analyse gehören dazu beispielsweise die Entwicklung der Studierenden- und Erstsemester-Zahlen, die Altersstruktur der Bewohner, die Quote geförderter Wohnheime, das sonstige Immobilienangebot sowie die Attraktivität von Universität und Stadt für in- und ausländische Studierende.

Noch keine Entspannung

Die Lage auf dem Markt der Wohngemeinschaften spiegelt im Prinzip die Situation auf dem gesamten Immobilienmarkt. Besonders angezogen haben die WG-Mieten einschließlich Wohnnebenkosten der Untersuchung zufolge in München (von 570 auf 600 Euro), in Frankfurt (von 450 auf 480 Euro), in Hamburg und Stuttgart (jeweils von 420 auf 450 Euro) sowie in Köln und Berlin (jeweils von 400 auf 420 Euro), heißt es in der Studie.

Anders stellt sich die Situation in Bonn mit seinen mehr als 38 000 Studierenden dar. Hier liegt der durchschnittliche Preis für ein WG-Zimmer laut MMI bei 353 Euro und damit sogar sieben Euro unter dem Durchschnittswert von 2017 und zwei Euro unter dem Wert von 2016. Der Rückgang und die Tatsache, dass im Frühjahr in Bonn ein neues Studentenwohnheim in der Südstadt eröffnet wurde, reichen allerdings nicht aus, dass man in Bonn von einer Entspannung am Wohnungsmarkt sprechen kann. Das Ranking beurteilt die Lage in Bonn als unverändert. Laut Studie könnten Wohnheime der lokalen Studierendenwerke nur wenig Abhilfe schaffen. Im bundesweiten Schnitt gebe es nicht ein Mal für jeden zehnten Studierenden eine subventionierte Unterkunft.

Trotz der schwierigen Lage seien Studierende bei der Wahl ihrer Unterkunft wählerisch. „Studierende haben ganz genaue Vorstellungen von ihrem Lebensumfeld“, sagt MMI-Direktor Stefan Brauckmann. Trotz eines gerade in Hochschulstädten stark belasteten Budgets zögen die jungen Menschen nicht automatisch in günstige Quartiere. Für eine entsprechende Lage mit gutem Angebot an Kneipen, Kultur und anderen Freizeitangeboten seien sie bereit, bei Ausstattungsmerkmalen oder Größe Kompromisse einzugehen.

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