2 000 Post-Mitarbeiter ziehen an den Tower

Marc Asbeck baut für 57 Millionen Euro neue Büros: Neue Arbeitsplätze und Bekenntnis zum Standort Bonn

Bonn.2 000 Post-Mitarbeiter arbeiten bereits im Tower - und weitere 2 000 ziehen bis Ende 2009 in neue Büros in unmittelbarer Nähe des neuen Bonner Wahrzeichens.

"Die kurzen Wege - das ist der Kick", begründet Heinrich Hildesheim die Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat des Konzerns, die Arbeitsplätze rund um das Hochhaus zu konzentrieren. Der Geschäftsführer der Post-Tochter Immobilienentwicklung GmbH sagte dem GA, der sehr langfristige Mietvertrag - mit Option auf Verlängerung - für den 1. Bauabschnitt an der Fritz-Erler-Straße sei bereits unterschrieben: "Damit bekennen wir uns auch eindeutig zum Standort Bonn."

In 23 Bürogebäuden, übers ganze Stadtgebiet verteilt, arbeiten die rund 7 000 Konzern-Mitarbeiter. Im Eigentum der Post befinden sich neben dem Tower lediglich noch weitere drei Häuser; die übrigen Immobilien sind gemietet. "Wir hätten auch schon gerne selbst gebaut, aber in der Nachbarschaft zur Zentrale gibt's keine großen freien Grundstücke", sagt Hildesheim.

Daher habe man mehrere Standorte untersucht und sich letztlich auf zwei konzentriert: Die Oval Offices und das Artquadrat, die der Bonner Konzern IVG an der B 9 - südlich der Bundeskunsthalle - sowie hinter der Museumsmeile zwischen Emil-Nolde-Straße und Joseph-Beuys-Allee bauen möchte. Und das Projekt des Bonner Immobilien-Investors Marc Asbeck, für das sich die Post letztlich entschieden hat. "Hierfür sprachen die absolute Nähe zum Tower und die Kosten", sagt Hildesheim.

Mit dem 1. Bauabschnitt, der schon Ende kommenden Jahres bezogen werden soll, wurde bereits begonnen. In Verlängerung der ehemaligen niedersächsischen Landesvertretung entstehen drei viereinhalbgeschossige Bauten, wobei auch die von der Post gemietete frühere Landesvertretung überbaut wird, mit Ausnahme der Rotunde.

Insgesamt entstehen dort 15 500 Quadratmeter Bürofläche - für 830 Mitarbeiter. Die Entscheidung über die Fassadengestaltung werde bis Ende Januar getroffen, sagt Franz Werner Nolte, Geschäftsführer der Deutsche Post Bauen GmbH: "Sie soll transparent werden, mit einem Bezug zum Tower."

Eine "Absichtserklärung, die wir mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen", hat die Post laut Hildesheim für den 2. Bauabschnitt unterzeichnet. Danach soll Marc Asbeck bis Ende 2009 an der Heinrich-Brüning-Straße und der Winston-Churchill-Straße weitere Bürogebäude mit 22 300 Quadratmetern Bürofläche für 1 200 Mitarbeiter bauen. Architekten des Projekts, in das Asbeck nach eigenen Angaben 57 Millionen Euro investiert, sind Elmar Manstein aus Aachen und Professor Heribert Wiesemann aus Köln.

Im kommenden Monat will die Post entscheiden, welche bisherigen Standorte sie in Bonn voraussichtlich aufgeben wird. "Das hängt auch von der weiteren Entwicklung des Konzerns ab", sagt Hildesheim. Sicher sei jedenfalls, dass in die neuen Liegenschaften sowohl bereits in Bonn tätige Mitarbeiter als auch neue Kollegen einziehen, die künftig für die Post-Zentrale tätig sein werden. "Dank unseres neuen Großstandorts am Tower sind wir jetzt absolut flexibel", ergänzt Nolte.

Die beiden Post-Manager lobten Marc Asbeck als "sehr kooperativen Partner" und wiesen darauf hin, dass bei den Neubauten Energiesparkonzepte einschließlich energetischer Grundwassernutzung mit Bauteilaktivierung und Nutzung von Solarenergie umgesetzt werden. Da kann der Bauherr auf kompetente Verwandtschaft zurückgreifen: Sein Bruder Frank Asbeck ist Vorstandsvorsitzender der ebenfalls in Bonn ansässigen Solar-World AG.

Auf Zustimmung ist die Kooperation Post/Asbeck bei Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann gestoßen. "Ich freue mich, dass starke Investoren zusammen mit starken Bonner Unternehmen für eine weitere dynamische Entwicklung des ehemaligen Parlaments- und Regierungsviertels sorgen", sagte sie dem GA. Sie weist darauf hin, dass die Stadt mit den ersten Baugenehmigungen bereits "Weichen gestellt" habe - "und wir werden die weiteren Initiativen mit allen Möglichkeiten unterstützen".