Tarifeinigung bei Deutsche-Telekom-Tochter

11.000 T-Systems-Mitarbeiter bekommen mehr Geld

Systemadministrator Benjamin Fischer im Rechenzentrum von T-Systems in Biere.

Systemadministrator Benjamin Fischer im Rechenzentrum von T-Systems in Biere.

Bonn. Der IT-Anbieter T-Systems und die Gewerkschaft Verdi haben sich im Tarifkonflikt geeinigt: Die 11.000 tarifgebundenen Beschäftigten bei der Telekom-Geschäftskundensparte bekommen nun mehr Geld.

In der Tarifauseinandersetzung zwischen T-Systems und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) haben sich beide Seiten nach fast achtmonatigen Verhandlungen auf ein Ergebnis für rund 10 8000 Beschäftigte geeinigt. Es sieht Lohnerhöhungen erst im nächsten und übernächsten Jahr vor. Für die acht Monate in diesem Jahr seit Auslaufen des alten Tarifvertrages gibt es kein Lohnplus.

Die Geschäftskundensäule der Deutschen Telekom steckt in schwierigem Fahrwasser: Sie schreibt Verluste. In den kommenden Jahren sollen weltweit rund 10.000 Stellen der 37.000 Stellen abgebaut werden, davon 6000 in Deutschland. T-Systems-Chef Adel Al-Saleh hat die Strategie, das Unternehmen aus renditeschwachen Bereichen herauszuziehen.

„Angesichts der schwierigen ökonomischen Situation können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein. Es ist ein tragfähiges Gesamtpaket“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Michael Jäkel. So sei es etwa gelungen, erste Schritte zur Harmonisierung der Entgelte im Gesamtkonzern Deutsche Telekom umzusetzen. Zudem sei eine stufenweise Abschaffung der variablen Entgeltbestandteile außerhalb des Vertriebs vereinbart worden.

Das Tarifergebnis beinhaltet keine Regelungen zum Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. Die bestehende Regelung endet zum Jahresende. Danach will die Geschäftsführung weiter auf Kündigungen verzichten, wenn bestimmte Zwischenetappen beim Stellenabbau erreicht werden. Jäkel sagte, die Arbeitgeberseite habe den Kündigungsverzicht stets an das Erreichen der Etappenziele binden wollen. Ohne Regelung bleibe Verdi „handlungsfähig“ für den Fall, dass der Arbeitgeber im Rahmen der Umstrukturierung entgegen seiner bisherigen Aussagen doch beabsichtigen sollte, betriebsbedingte Beendigungskündigungen auszusprechen.

Das Tarifergebnis sieht Entgeltsteigerungen in Höhe von drei Prozent in den niedrigeren Entgeltgruppen beziehungsweise zwei Prozent ab 1. Januar vor. Ab 1. Januar 2020 folgt eine weitere Entgelterhöhung von 2,5 Prozent für alle. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2020.

Bei der variablen Vergütung garantiert T-Systems ihren Beschäftigten für 2018 eine Auszahlung der Unternehmenszielerreichung von mindestens 100 Prozent. Für tarifliche Mitarbeiter mit Vertriebszielen ermittelt sich die Höhe des variablen Anteils nach Einzel– und Teamzielen. Die Einberechnung der Unternehmenszielerreichung entfällt.Wie Jäkel bestätigte, gibt es für Beschäftigte, die bei Abschluss des Tarifvertrages Verdi-Mitglied waren, einen Zuschlag: Der als Variable für 2018 auszuzahlende Betrag erhöht sich einmalig um um fünf Prozent. Eine solche Komponente für Gewerkschaftsmitglieder sei das erste Mal bei T-Systems ausgehandelt worden und werde auch in anderen Branchen eher selten genutzt. Die Tarifvertragsparteien haben sich auf die Einführung eines neuen Teilzeitmodells „Additional Days Off“ verständigt.

Beschäftigte können ihre vertragliche Wochenarbeitszeit auch reduzieren, indem sie Vollzeit weiterarbeiten und den gewonnenen Zeitüberschuss innerhalb des Jahres in Freizeitblöcken wieder aufbrauchen. „Gerade in der IT-Industrie arbeiten viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Projekten. Wir schaffen so die Möglichkeit, eine echte zusätzliche Auszeit zu nehmen.“, so Georg Pepping, Geschäftsführer Personal der T-Systems. Er zeigte sich mit dem Kompromiss insgesamt zufrieden.