Mehr Platz für die Zentrale

Vapiano zieht von Bonn nach Köln

Gäste sitzen in einer Filiale der Restaurantkette Vapiano.

Gäste sitzen in einer Filiale der Restaurantkette Vapiano.

Bonn. Die Systemgastronomiekette verlagert ihren Firmensitz aus der Bonner Kurt-Schumacher-Straße in den Kölner Rheinauhafen. Dadurch gehen 100 Arbeitsplätze verloren.

Bonn gehen ein weiterer Arbeitgeber und 100 Arbeitsplätze verloren: Die Restaurantkette Vapiano verlagert ihre Unternehmenszentrale nach Köln. Aus der traditionsreichen Kurt-Schumacher-Straße geht es in den hippen Rheinauhafen in Köln. Ab Oktober soll die Firmenadresse „Im Zollhafen 2-4“ heißen. Der neue Firmensitz liegt in der Nähe des Deutschen Sport & Olympia Museums und des Schokoladen-Museum.

„Das ist keine Entscheidung gegen Bonn“, betonte am Mittwoch Vapiano-Geschäftsführer Johannes Mauss gegenüber dem General-Anzeiger. Da die Firma stark wachse, biete der alte Standort einfach zu wenig Platz. Das Gebäude im Garten der alten Hamburger Landesvertretung sei zu klein, sodass Vapiano bereits Büros in der zur Straße hin gelegenen Villa vom Vermieter Foris AG hinzubekommen habe. Außerdem seien Räume an der B9 gemietet worden.

„Da wir aus allen Nähten platzen, haben wir in der Region Köln/Bonn ausführlich nach einem neuen Gebäude gesucht“, erläuterte Mauss. Im Kölner Rheinauhafen habe man einen „Traumstandort“ gefunden. Die Räumlichkeiten böten neben den Büros Platz für ein Flagship-Restaurant mit angeschlossener Testküche, das internationale Support-Center sowie die Trainingsakademie. Vapiano hat derzeit über 180 Restaurants in 32 Ländern auf fünf Kontinenten. Die Hälfte der Mitarbeiter wohne ohnehin in Köln. „In dem Restaurant wollen wir unsere neuen Konzepte testen“, so Mauss. Für die Mitarbeiter sei es natürlich einfacher, aus ihren Büros nur nach unten zu gehen, falls es bei neuen Anwendungen wie dem mobilen Bezahlen technische Probleme gebe.

„Wir freuen uns sehr auf unseren neuen Standort im Rheinauhafen“, sagte Jochen Halfmann, Vorstandsvorsitzender der Vapianio SE. Das Umfeld biete „die dynamische Umgebung, die wir uns gewünscht haben“, so Halfmann. Die Räume böten nicht nur den derzeit rund 100 Beschäftigten der VerwaltungBüros, sondern mit Ausblick auf weiteres Wachstum auch langfristig genügend Platz.

Vapiano bezeichnet sich als Erfinder des Fresh Casual Dinings. Die Speisen werden vor den Augen des Gastes zubereitet. In den vergangenen Jahren hat die Firma unter Skandalen um betrogene Mitarbeiter und Etikettenschwindel beim Essen gelitten.

Für 2016 hat Vapiano noch keine Unternehmenszahlen bekannt gegeben, das verzögere sich durch eine IT-Umstellung, so Mauss. Im vergangenen Herbst war über einen Börsengang des Franchiseunternehmens spekuliert worden. Vapiano gehört zu 26 Prozent den Wella-Erben Gisa und Hans-Joachim Sander. Firmengründer Georg Gerlach ist mit 30 Prozent beteiligt . Der größte Anteilseigner ist mit 44 Prozent die Mayfair Vermögensverwaltungs SE der ehemaligen Tchibo-Eigentümer Günter Herz und seine Schwester Daniela Herz-Schnoeckl.