Rostschutz-Test an Offshore-Windanlagen geplant

Kiel/Hannover.  Der Rostschutz an allen Offshore-Windanlagen soll auf Haltbarkeit und Umweltverträglichkeit untersucht werden. "Wir wollen die von den Unternehmen verwendeten Korrosionsschutzsysteme systematisch aufarbeiten".
Ein Offshore-Windpark in der Nordsee. Der Rostschutz an allen Offshore-Windanlagen soll auf Haltbarkeit und Umweltverträglichkeit untersucht werden Foto: Ingo Wagner/Archiv Foto: DPA

Das sagte der Leiter des Referats Ordnung des Meeres beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Christian Dahlke, den "Kieler Nachrichten" und der "Neuen Presse" (Samstag). Noch in diesem Jahr will das Bundesamt mit der Untersuchung beginnen. "Wir haben bisher überhaupt keine Informationen darüber, wie der massenhafte Einsatz von Korrosionsschutz den ökologischen Lebensraum beeinflusst. Wir wollen die Belastungen für die Umwelt so gering wie möglich halten", erklärte Dahlke. Es gebe allerdings keine akuten Bedenken.

Der Rostschutz ist demnach durch das Meereswasser einer hohen Beanspruchung ausgesetzt. Besonders betroffen seien Bereiche, die durch die Gezeiten nicht immer unter Wasser liegen. In Betrieb sind zurzeit die Windparks Bard 1 (Nordsee) und Baltic 1 (Ostsee) sowie das Testfeld Alpha Ventus vor Borkum. Zahlreiche weitere Anlagen sind im Bau oder in der Planung.

An der Rostschutz-Untersuchung sollen sich auch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung sowie das Umweltbundesamt beteiligen. Kosten und Dauer des Großprojekts sind noch nicht geklärt. Der Referatsleiter ließ zudem offen, ob am Ende der Untersuchungen ein einheitlicher und verbindlicher Korrosionsschutz steht: "Es könnte durchaus sein, dass wir in Zukunft Empfehlungen für eine "best practice" herausgeben oder gar einen Standard mit Mindestanforderungen verbindlich festlegen." Das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie ist zuständig für die Genehmigung von Offshore-Windanlagen.

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