- Home
- Bonn
- Region
- News
- Sport
- Familie
- Wetter
- Verkehr
- Freizeit
- Anzeigen
- Abo
- Dialog
Metallbranche startet ohne Aussicht auf spürbares Wachstum in 2013
Von Bernd Röder und Christian Ebner, dpa
Berlin/Frankfurt. Die erfolgsverwöhnte deutsche Metall- und Elektroindustrie schwächelt zum Start ins neue Jahr. Es sei "derzeit wirklich kein deutlich spürbares Wachstum in Sicht", sagte Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.
Rainer Dulger: Präsident von Gesamtmetall, dem Dachverband von 21 Arbeitgeberverbänden der deutschen Metall- und Elektro-Industrie. Foto: Laurin Schmid Foto: DPA
Die IG Metall geht mit scharfen Angriffen gegen Kanzlerin Angela Merkel ins Wahljahr 2013. "Das größte Sicherheitsrisiko für die wirtschaftliche Entwicklung ist derzeit die Regierung von Frau Merkel", sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, der dpa in Frankfurt. Merkel drohe bei der Energiewende und der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise zu versagen.
"Wir spüren eine deutliche Abkühlung, aber keinen eisigen Winter", sagte Dulger. "Wir fürchten uns auch nicht vor einem eisigen Winter, weil unsere Industrie in den vergangenen Jahren viel krisenfester geworden ist, auch sehr viel flexibler geworden ist."
Im Oktober lag das Produktionsniveau in der Branche nach Angaben von Gesamtmetall um 5,7 Prozent unter dem des Vorjahresmonats - und um 7,0 Prozent unter dem bisherigen Höchstwert vom Mai 2008. Zu kämpfen hätten vor allem Firmen mit Hauptabsatzmärkten in Südeuropa, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes. Dort fehle Kaufkraft, und Finanzierungen kämen häufig nicht zustande oder seien "einfach zu teuer". Er halte deshalb "auch Konjunkturprogramme in Südeuropa für die nächste Zeit für angebracht".
IG-Metall-Vize Wetzel kritisierte die Linie der Kanzlerin im Umgang mit den hoch verschuldeten Staaten Südeuropas. "Wenn die Knebelung dieser Länder durch einseitiges Sparen weiterhin dort die Wirtschaft abwürgt, wird das zwangsläufig auch Konsequenzen für uns haben", sagte der 60-Jährige. Die gut laufenden Exporte in Ländern außerhalb des Euro-Raums könnten dauerhaft die fehlende Nachfrage aus den großen Volkswirtschaften Südeuropas nicht ausgleichen.
Dulger sagte, zuletzt seien die Auftragseingänge in der Branche dank der Nachfrage von Kunden aus dem Ausland wieder gestiegen. "Viele Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie hatten einen starken Oktober und starken November nach einem schwachen September und einem sehr schwachen August", berichtete Dulger.
Wetzel forderte, beim Ausbau der erneuerbaren Energien müsse der bestehende Planungs- und Investitionsstau endlich beseitigt werden. Sonst werde es für zahlreiche Zulieferer vom Maschinenbau bis zur Stahlindustrie erhebliche Probleme geben, die Jobs zu halten. "Wir haben an den Küsten große Kapazitäten für Windkraftanlagen aufgebaut. Die kommen nicht ans Netz, weil Anschlüsse und Leitungen fehlen, weil kein abgestimmtes Konzept zwischen den Bundesländern da ist."
Bei den Arbeitsplätzen war es in der Branche seit März 2010 nur aufwärtsgegangen, rund 250 000 Jobs kamen hinzu. Im September 2012 gingen erstmals wieder Stellen verloren - fast 7000. Im Oktober erhöhte sich die Zahl aber wieder um 5400, insgesamt waren es 3,7 Millionen Beschäftigte. Dulger meinte dazu: "Die Beschäftigung bleibt aber auf hohem Niveau. Selbst wenn sie leicht zurückgehen würde, was nicht auszuschließen ist, gibt das keinen Anlass zur Beunruhigung."
Die Branche habe krisenerprobte Manager und "mehrere Kriseninstrumente, die wir unterschiedlich anwenden", sagte Dulger. Dazu gehörten Arbeitszeitkonten, befristete Beschäftigung, Zeitarbeit und auch die Kurzarbeit. Mit der Verlängerung der Kurzarbeit von sechs auf maximal zwölf Monate habe "die Bundesregierung einen Schritt in die richtige Richtung getan". Die Situation sei aber in jedem Unternehmen anders, manche brauchten mehr Zeit. Deshalb sage er zur Kurzarbeit: "Umso länger, desto besser." Derzeit habe die Branche für etwa 25 000 bis 30 000 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Bundesagentur angezeigt.
Artikel vom 30.12.2012
Wirtschaft
Leserfavoriten
- Unfall auf der A3 Kilometerlanger Stau nach Lkw-Karambolage
- Welterbekomitee lenkt ein Seilbahn bei Koblenz darf bis 2026 fahren
- Sommer in der Region Menschen in Vorgebirge und Voreifel strömten ins Freie
- Von Kardorf nach Santiago de Compostela Herbert Gatz fuhr mit seinem Traktor in die spanische Pilgerstadt
- Beamte bitten um Mithilfe Polizei sucht hilflosen Mann in Sankt Augustin
- Vorbilder aus dem Fernsehen 13-Jähriger tötet Fünfjährige in "Wrestler"-Manier
- Wetter Sahara-Hitze in Deutschland - Gewitter kommen
- "Moderne Sklaverei" in Ohio Geistig behinderte Mutter und Kind zwei Jahre wie Sklaven gehalten
- Dunk den Herrn! Staatsanwaltschaft prüft Kebekus' Kirchen-Satire
- Sohn weiter vermisst Krokodil schnappt schwangere Frau von Holzbrücke – tot
- Proteste gegen Nullrunde für Beamte Lehrergewerkschaft sammelt 19.000 Unterschriften
- G8-Treffen am Lough Erne Acht Gipfelstürmer mit Friedensauftrag
- Verteidigungsminister De Maizières Heimspiel in der Redoute
- Nullrunde für NRW-Beamte Gutachter zerpflückt Krafts Paket
- Neues Gesetz Wirte planen Volksbegehren gegen NRW-Rauchverbot
- Irreguläres Kugelstoßen bei der U23-DM Troisdorfer LG prüft juristische Schritte
- Fußball-Landesliga Merten gibt sich in der Aufstiegsfrage entspannt
- Drittliga-Absturz des MSV besiegelt: "Ein schlimmer Tag"
- Volleyball Nach 41 Jahren hört Fritz Hacke als Spielwart auf
- Landesliga-Partie zwischen VfL Rheinbach und VfL Leverkusen Manipulationsvorwurf bleibt - Kammer vertagt Verhandlung


