Jahresendrallye im Dax legt Pause ein

Frankfurt/Main.  Die Jahresendrallye im Dax hat am Donnerstag eine Pause eingelegt. Der Leitindex beendete den Handel mit einem hauchdünnen Plus von 0,05 Prozent auf 7672,10 Punkte, nachdem er die meiste Zeit in einer engen Spanne zwischen Gewinn und Verlust gependelt war.

Für den MDax ging es hingegen um 0,14 Prozent auf 12 069,57 Punkte nach unten. Der TecDax stieg um 0,02 Prozent auf 839,44 Punkte.

Weniger als zwei Wochen vor Ablauf einer entscheidenden Frist haben sich die Fronten im US-Haushaltsstreit wieder verhärtet. Anleger hätten sich daher mit Käufen zurückgehalten und schnauften nach dem jüngsten Kursaufschwung am deutschen Aktienmarkt erst einmal durch, so Börsianer.

Die Titel von ThyssenKrupp sanken am Dax-Ende um 1,80 Prozent. Die Deutsche Bahn geht juristisch gegen ein Schienenkartell um den Stahlkonzern vor. Einem Börsianer zufolge ist eine Klage zwar erwartet worden. Nach dem jüngsten Kursaufschwung seien die Anteilsscheine von ThyssenKrupp aber generell anfällig für Gewinnmitnahmen. Laut Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank könnten auf ThyssenKrupp im schlimmsten Fall Belastungen von 300 bis 400 Millionen Euro zukommen. Der Konzern sei schließlich einer der Hauptnutznießer der Preisabsprachen gewesen. Die Klage der Bahn richtet sich auch gegen den im MDax notierten Bahntechnik-Konzern Vossloh. Dessen Papiere gaben um 1,34 Prozent nach.

Die Aktien der Deutschen Börse stiegen im Dax als einer der Favoriten um 0,76 Prozent. Die US-Rohstoffbörse IntercontinentalExchange (ICE) hatte mitgeteilt, den New Yorker Börsenbetreiber NYSE Euronext für rund 8,2 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Einem Händler zufolge heizen die Meldungen Spekulationen um weitere Fusionen in der Branche an. Das helle auch die Stimmung für die Titel des deutschen Börsenbetreibers weiter auf.

Nach der Bekanntgabe eines Wechsels an der Konzernspitze der Deutschen Telekom zum Jahresende 2013 schwankten die T-Aktien kurzzeitig nervös zwischen Gewinn und Verlust. Zum Handelsende standen sie mit plus 0,54 Prozent auf 8,627 Euro etwas höher als vor der Nachricht. Ein Händler sagte, die Personalie sei auf den ersten Blick schwer zu bewerten: Bis zum Rücktritt dauere es noch ein Jahr und in dieser Zeit könnten einige Entscheidungsprozesse gebremst werden. Andererseits dürfte Noch-Finanzvorstand Timotheus Höttges als Nachfolger auf einer Linie mit Vorstandschef René Obermann liegen.

Der EuroStoxx 50 gewann 0,14 Prozent auf 2 658,30 Punkte. In Paris und London schlossen die Börsen nahezu unverändert. Am US-Aktienmarkt stand der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss knapp im Minus.

Am Anleihemarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,11 Prozent am Vortag auf 1,10 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 134,64 Punkte. Der Bund Future legte um 0,13 Prozent auf 144,30 Punkte zu. Der Kurs des Euro sank: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3246 (Mittwoch: 1,3302) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7549 (0,7518) Euro.

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