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Erneut Streiks an NRW-Flughäfen am Donnerstag
dpa
Düsseldorf/Hamburg. An den großen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen wird an diesem Donnerstag wieder gestreikt. Das teilte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi mit. Allerdings soll der Ausstand auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn diesmal schon um 10 Uhr beendet werden.
Viele Reisende kamen mehrere Stunden vor dem geplanten Abflug zum Hamburger Flughafen, um rechtzeitig durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Foto: Malte Christians/Archiv Foto: DPA
Am Mittwoch war erneut ganztägig am Hamburger Flughafen gestreikt worden. Die Streiks des privaten Sicherheitspersonals am Hamburger Flughafen werden aber für die kommenden beiden Tage ausgesetzt, wie Verdi mitteilte.
Am Düsseldorfer Flughafen sind für Donnerstag 580 Flugbewegungen für 51 000 Passagiere geplant. Im Streikzeitraum bis 10.00 Uhr seien es knapp 150 Starts und Landungen mit 13 600 Passagieren, teilte der Airport mit. Reisende sollten bei ihren Airlines nachfragen, ob der Flug stattfindet.
In den vergangenen Wochen hatten Streiks an den Flughäfen Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn den Luftverkehr massiv behindert. Mehrere hundert Flüge wurden gestrichen. Zehntausende Passagiere waren betroffen.
Verdi fordert für die 34 000 Beschäftigten der privaten Sicherheitsbranche in Nordrhein-Westfalen bis zu 30 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber bieten zwischen fünf und neun Prozent.
Verdi wies den Vorwurf der Arbeitgeber, mit falschen Zahlen zu operieren, zurück. Der Vizepräsident des Arbeitgeber-Verbandes BDSW, Manfred Buhl, habe 2011 vor mehr als 70 Betriebsräten selbst von mehr als 60 Prozent der Beschäftigten gesprochen, die sich in der untersten Lohngruppe befänden. Unterdessen korrigierten die Arbeitgeber ihre Behauptung, die Gewerkschaft verlange bis zu 70 Prozent mehr Lohn.
Der Tarifkonflikt steckt in einer Sackgasse. Die Arbeitgeber wollen ihr Angebot aus dem Dezember trotz der Streiks nicht nachbessern und verlangen zunächst Zugeständnisse von Verdi oder ein Schlichtungsverfahren. Beides lehnt die Gewerkschaft ab.
Am Hamburger Flughafen sorgte der Streik der Sicherheitskräfte am Mittwoch abermals für erhebliche Einschränkungen. 116 von 181 Abflügen wurden bis zum Nachmittag gestrichen. Auch 25 der geplanten Ankünfte wurden aus dem Flugplan genommen, teilte der Flughafen mit. "Die Lage ist durchaus angespannter als beim vergangenen Mal", sagte Flughafen-Sprecherin Stefanie Harder. Die Beschäftigten in Hamburg fordern einen Stundenlohn von 14,50 Euro, die Arbeitgeber haben bislang in einem ersten Schritt 12,75 Euro und im kommenden Jahr 13,50 Euro pro Stunde angeboten.
Die Arbeitgeber sagten ein für Donnerstag in Potsdam geplantes Spitzengespräch über den Hamburger Tarifkonflikt ab. Grund sei der Streik der privaten Sicherheitskräfte am Hamburger Flughafen am Mittwoch, sagte der Sprecher des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW), Oliver Arning. Damit sei Verdi unseriös vorgegangen und habe sich als nicht verlässlich erwiesen. Es soll aber dennoch ein Gespräch auf Geschäftsführer-Ebene geben.
In dem Tarifkonflikt hatten am Dienstag erstmals auch einige hundert Objektschützer, Fahrkartenkontrolleure und Personenschützer in Nordrhein-Westfalen die Arbeit niedergelegt. Verdi fordert für die 34 000 Beschäftigten der Branche in NRW Lohnerhöhungen zwischen 2,50 Euro und 3,64 Euro pro Stunde.
Nach Schätzungen von Verdi arbeiten über 70 Prozent der Beschäftigten für 8,23 Euro brutto und bekommen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden weniger als 1000 Euro netto. Mehr als 170 Sicherheitskräfte demonstrierten am Mittwoch in Potsdam am Rande einer Tagung des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW).
Artikel vom 20.02.2013
Wirtschaft
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