Deutsche Börse verdient 2012 weniger

Eschborn.  Die Deutsche Börse hat 2012 unter dem geringen Handelsvolumen an den Märkten, der geplatzten Fusion mit der NYSE Euronext und den Kosten für Stellenabbau gelitten. Unter dem Strich brach der Gewinn um ein Viertel auf 645 Millionen Euro ein.
Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni greift erneut zum Rotstift. Dabei stehen 250 Stellen im Konzern auf der Kippe. Foto: Boris Roessler
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Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni greift erneut zum Rotstift. Dabei stehen 250 Stellen im Konzern auf der Kippe. Foto: Boris Roessler Foto: DPA

Das teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Eschborn mit. Die Nettoerlöse sanken um neun Prozent auf 1,93 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz fiel um knapp sieben Prozent auf 2,21 Milliarden Euro. Die Zahlen sind keine große Überraschung mehr, nachdem die Börse bereits Anfang Februar bereits Eckdaten für 2012 vorgelegt hatte und dabei auch ein neues Sparprogramm ankündigte.

Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni greift wegen des schwierigen Umfelds und des Kostendrucks in der Branche erneut zum Rotstift. Dabei stehen 250 der derzeit 3700 Stellen im Konzern auf der Kippe. Bei der neuen Sparrunde sollen die Kosten um weitere 70 Millionen Euro pro Jahr gedrückt werden. Details will Francioni bei der Jahres-Pressekonferenz am Mittwoch (20. Februar) erläutern. Zudem stehen dabei Fragen rund um die Wachstumsstrategie im Fokus.

Das gesparte Geld will er in den Ausbau des Geschäfts in Schwellenländern - vor allem in Asien - stecken. Nach der am Widerstand der EU gescheiterten Fusion mit der US-Börse NYSE Euronext bleibt Francioni fast keine andere Wahl, als sein Heil in Kooperationen mit vergleichsweise kleineren Börsenbetreibern zu suchen. Zuletzt haben die Eschborner im Derivatebereich eine Allianz mit der taiwanischen Börse Taifex angekündigt.

Im vergangenen Jahr bekam die Börse die Flaute an den Märkten und die Zurückhaltung der Kunden in allen Bereichen zu spüren. Am Deutlichsten fiel der Rückgang im Aktiengeschäft, der bekanntesten Sparte des Unternehmens, ein. Das Segment Xetra büßte rund ein Fünftel der Erlöse auf 213 Millionen Euro ein. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) in dem Segment fiel auf 91,2 (2011: 125,4) Millionen Euro - ein Minus von 27 Prozent.

Aber auch in den weniger prominenten, aber für das Unternehmen wichtigeren Sparten wie dem Geschäft mit Derivaten und der Wertpapierverwahrung lief es schlecht. So fiel der Erlös bei der Derivatebörse Eurex - dem größten der vier Segmente - um rund zehn Prozent auf 843 Millionen Euro. Beim operativen Gewinn der Sparte musste die Deutsche Börse ein Minus von 15 Prozent auf 440,6 Millionen Euro verkraften.

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