Dax fällt auf Zweimonatstief

Frankfurt/Main.  Konjunktur- und Schuldensorgen haben den Dax am Freitag auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten gedrückt. Der deutsche Leitindex büßte am Nachmittag 1,55 Prozent auf 7093 Punkte ein und knüpfte so an die negative Entwicklung der vergangenen zwei Tage an.

Auf Wochensicht zeichnet sich ein Verlust von mehr als dreieinhalb Prozent ab. Der MDax sank um 1,06 Prozent auf 11 261 Punkte. Der TecDax gab um 0,82 Prozent auf 800 Punkte nach. Börsianer verwiesen auf schwache Industrieproduktionsdaten aus Frankreich und Italien, die den seit der US-Wahl zu spürenden Verkaufsdruck nochmal verstärkt hätten. Dazu kämen anhaltende Sorgen über die Euro-Schuldenkrise.

Händlerin Anita Paluch vom Broker Gekko Markets erinnerte daran, dass in Griechenland am Sonntagabend über den Haushalt für 2013 abgestimmt wird. Aus EU-Ratskreisen hieß es, die Eurogruppe der Finanzminister dürfte kommenden Montag noch nicht über die nächste Hilfszahlung entscheiden. Als weiteren Belastungsfaktor sieht die Expertin den hartnäckigen Widerstand Spaniens gegen einen offiziellen Hilfsantrag beim Krisenfonds ESM, was die EZB zur Untätigkeit verdamme.

Nach der jüngsten Zahlenflut standen vor dem Wochenende vergleichsweise wenige Unternehmensbilanzen auf der Agenda. Die endgültigen Quartalszahlen der Allianz enthielten laut Händlern keine Überraschungen, so dass die Aktien um gut zwei Prozent nachgaben. Die Papiere der Commerzbank sowie der Deutschen Bank gaben nach schwachen Zahlen von Konkurrent Credit Agricole um rund fünf beziehungsweise sieben Prozent nach und belegten die beiden letzten Plätze im Leitindex. Beim Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall sorgten die deutlich gesenkten Jahresziele für einen Kursrutsch von fast acht Prozent.

Bei den Technologiewerten sanken Drillisch um annähernd ein Prozent. Die Aktien des Mobilfunkanbieters hätten sich bereits nach den jüngst veröffentlichten Zahlen des Konkurrenten Freenet, an dem Drillisch beteiligt ist, überdurchschnittlich entwickelt, erklärte ein Börsianer. Die Euromicron-Titel büßten als TecDax-Schlusslicht elf Prozent ein. Der Spezialist für Netzwerke und Glasfaserkabel litt unter einer unerwartet schwachen Nachfrage. Dagegen gewannen die Aktien von Nordex gut ein Prozent. Ein Großauftrag aus Südafrika für den Bau eines Windparks sorge für Fantasie und treibe die Aktien, sagte ein Händler.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,08 Prozent am Vortag auf 1,06 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 135,05 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,15 Prozent auf 143,35 Punkte. Für den Euro ging es bergab: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2694 (Donnerstag: 1,2736) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7878 (0,7852) Euro.

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