Allianz bekräftigt höhere Gewinnprognose

München.  Europas größter Versicherer Allianz hat seine kürzlich erhöhte Gewinnprognose trotz der Milliardenschäden des US-Hurrikans "Sandy" bekräftigt. Die Belastung der Allianz sei überschaubar, weil ab einer bestimmten Obergrenze Rückversicherungen die weiteren Leistungen übernehmen.
Trotz des Hurrikans 'Sandy' ist es dieses Jahr für Europas größten Versicherer Allianz prima gelaufen. Foto: Peter Kneffel
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Trotz des Hurrikans 'Sandy' ist es dieses Jahr für Europas größten Versicherer Allianz prima gelaufen. Foto: Peter Kneffel Foto: DPA

"Selbst wenn wir die Obergrenze einrechnen, sind wir überzeugt, den erhöhten Ausblick zu halten", sagte Finanzvorstand Oliver Bäte am Freitag in München. Der Versicherer hat seinen Umsatz und Gewinn auch im dritten Quartal deutlich gesteigert. Deshalb hat die Allianz bereits Ende Oktober ein operatives Jahresergebnis von mehr als 9 Milliarden Euro in Aussicht. Zuvor hatte Vorstandschef Michael Diekmann 8,2 Milliarden plus/minus 500 Millionen angekündigt.

Von Juli bis September war für die Allianz bereits das dritte starke Quartal in Folge, mit starken Verbesserungen in allen Bereichen. Der Umsatz stieg um fünf Prozent, das operative Ergebnis um 33 Prozent, und der Überschuss schnellte ein Jahr nach dem griechischen Schuldenschnitt von 258 Millionen auf 1,437 Milliarden Euro hoch. Im Vorjahresquartal hatten Abschreibungen auf Staatsanleihen und Aktien die Allianz gut 900 Millionen Euro gekostet.

Die größte Überraschung kam vom Fondsgeschäft. Pimco und Allianz Global Investors steigerten ihr Ergebnis um 58 Prozent auf 849 Millionen Euro und überflügelten damit die Lebens- und Krankenversicherungssparte. Das verwaltete Vermögen stieg auf 1,8 Billionen Euro. "Während andere schrumpfen, wachsen wir weiter", sagte Bäte. Höhere Gebühren und positive Währungseffekte trugen zu dem Gewinnsprung bei. Er dürfte allerdings ein positiver Ausreißer gewesen sein: Mit einem Ergebnis über 800 Millionen Euro rechne er den nächsten Quartalen nicht mehr.

Die Schaden-Unfall-Versicherung profitierte davon, dass es weniger Naturkatastrophen hab. Teuerster Schaden war die Dürre in den USA mit 89 Millionen Euro. Zugleich erhöhte die wichtigste Sparte der Allianz ihren Umsatz um fünf Prozent und setzte Preiserhöhungen durch. Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 96,3 Prozent ist sie auch vor Kapitalanlagen schon profitabel.

Ihr größtes Sorgenkind ist die US-Tochter Fireman's Fund deren Sanierung sich immer länger hinzieht. "Wir arbeiten in den nächsten eineinhalb Jahren daran, den Fireman's Fund wieder auf ordentliche Füße zu stellen", sagte Bäte. Auch in der deutschen Sachversicherung geht die Restrukturierung weiter. Sie hat den Prämienschwund zwar gestoppt, will aber die Kosten weiter senken, auch mit Personalabbau. Insgesamt erwirtschaftet die Schaden-Unfall-Sparte der Allianz die Hälfte des Konzerngewinns.

Die Lebens- und Krankenversicherung erreichte bei stabilem Umsatz zum dritten Mal in Folge ein Ergebnis über 800 Millionen Euro - "sehr sehr gut", sagte Bäte. In Deutschland sei die Nachfrage nach kurzfristigen Lebensversicherungen als Parkdepot für Gelder zurückgegangen, das Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen sei stabil. Für alle Versicherer müsse die Sicherung der Garantien heute höchste Priorität haben, sagte Bäte mit Blick auf Meldungen über einige kleine Versicherer, deren Kapitaldecke bei langen Stressszenarien auf Kante genäht sein soll. Die Diskussion sei wichtig. Denn mit Niedrigzinsen zahlten die Sparer die Sanierung der Staatshaushalte und Banken.

Nach den ersten neun Monaten hat die Allianz ihr Betriebsergebnis bereits um 23 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro gesteigert und unter dem Strich schon 4,2 Milliarden Euro verdient. Im vergangenen Jahr hatte die Allianz 2,8 Milliarden Euro Gewinn gemacht, 2010 waren es insgesamt 5,2 Milliarden gewesen.

Auch der größte italienische Versicherer Generali legte im dritten Quartal deutlich zu. Der operative Gewinn stieg um 43 Prozent auf 949 Millionen Euro. Vorstandschef Mario Greco zeigte sich sicher, dass der Konzern im laufenden Jahr operativ mehr als vier Milliarden Euro verdienen werde.

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