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Verbot von Plastiktüten
Los Angeles kommt nicht mehr in die Tüte
Von Dirk Hautkapp
LOS ANGELES. In dem preisgekrönten Hollywood-Film "American Beauty" fragt der junge Hauptdarsteller seine Gespielin irgendwann: "Soll ich dir das Schönste zeigen, was ich jemals gefilmt habe?" Zu sehen ist sodann eine Plastiktüte, die 80 elegische Sekunden lang vom Herbstwind getragen auf dem Gehsteig tanzt. Eindrucksvolle Szenen wie diese werden im Alltag der größten kalifornischen Metropole nicht mehr möglich sein.
Plastiktüte am Strand. Foto: dpa
Der Stadtrat von Los Angeles hat nach langem Streit entschieden, dass ab Frühsommer 2013 Einweg-Plastiktüten im Handel verboten sind. Wer in den Supermarkt geht, muss sein eigenes Trage-Utensil mitbringen oder für 10 Cent ein Tüte aus umweltfreundlichem Papier kaufen. Etwa 7500 Geschäfte sind von der Verordnung betroffen.
L.A. folgt damit San Francisco, wo bereits seit 2007 Plastiktüten aus den Supermärkten verbannt sind. In der Stadt am Golden Gate müssen Ladenbesitzer bis zu 500 Dollar Strafe zahlen, wenn sie dagegen verstoßen. Mit seiner Entscheidung hofft das Stadtparlament von Los Angeles, die Flut von geschätzten 2,5 Milliarden Tüten pro Jahr einzudämmen.
Der Stadtverordnete Ed Reyes, der sich gegen den Protest der Kunststoff-Lobby maßgeblich für das Verbot eingesetzt hat, bezeichnet die Plastiktüten als das "Graffiti des LA-River", da die achtlos weggeworfenen Tüten zigtausendfach in den Fluss geweht werden. "Bevor sie sich zersetzen, verschmutzen Plastiktüten Gewässer, Wälder und Strände über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren."
Artikel vom 25.05.2012
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