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Kölner Islamist
Keine Sozialleistungen mehr für Abou Nagie
dpa
KÖLN. Der umstrittene Salafisten-Prediger Ibrahim Abou Nagie bekommt keine Sozialleistungen mehr. Nach umfassender Prüfung wurde ihm und seiner "Bedarfsgemeinschaft" - bestehend aus Frau und drei Kindern - zum 1. Juni das Arbeitslosengeld II komplett gestrichen, hieß es aus Kreisen der Stadt Köln am Dienstag.
Grund für den Schritt des Jobcenters sei, dass Abou Nagie offenbar über nicht angegebene Einnahmen verfüge und daher nicht bedürftig sei. Er habe seine Finanzströme trotz Aufforderung nicht ausreichend erklärt. Damit wurde ein entsprechender Bericht der "Bild"-Zeitung bestätigt.
Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 47-Jährigen wegen Sozialbetrugs, wie ein Behördensprecher sagte. Der Ex-Geschäftsmann erhält seit mehreren Jahren Sozialleistungen. Nach früheren Angaben von Abou Nagie selbst handelt es sich um monatlich 1860 Euro.
Der "Bild" zufolge wohnt der Islamist in einem Reihenhaus an einem See und verfügt über einen Oberklassewagen, auch wenn dieser auf eine andere Person zugelassen sei. Die NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit machte aus Gründen des Sozialdatenschutzes keine Angaben zu dem Fall.
Abou Nagie gilt bei Experten als Hassprediger und ist bereits vor Jahren ins Visier des Verfassungsschutzes geraten. Er ist Initiator der umstrittenen Verteilung kostenloser Koran-Ausgaben in Deutschland. Sicherheitsbehörden sehen das als Propaganda-Aktion, mit der neue Anhänger für den Salafismus geworben werden sollen. Der Salafismus gilt als Sammelbecken für gewaltbereite Islamisten. Am vergangenen Samstag war der 47-Jährige als Redner bei einer Salafisten-Kundgebung in Köln aufgetreten.
Artikel vom 12.06.2012
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