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Herzinfarkt auf dem Platz
Fußball-Profi in Italien starb während des Spiels
Von Bernhard Krieger, dpa
Pescara. Tödliches Drama in Pescara: Während eines Zweitligaspiels in Italien hat am Samstag ein Fußballprofi einen Herzinfarkt erlitten und ist gestorben. Wie italienische Medien unter Berufung auf das Krankenhaus berichteten, konnte das Leben des 25 Jahre alten Piermario Morosini nicht mehr gerettet werden.
Starb mit nur 25 Jahren: Piermario Morosini. Foto: dpa
Die tödliche Tragödie von Pescara hat Italien und die Fußballwelt zutiefst erschüttert. Nachdem der 25-jährige Zweitligaspieler Piermario Morosini auf dem Spielfeld einen Herzstillstand erlitten hatte, ruhte am Wochenende der Ball im ganzen Land. Italien trauert und fragt sich fassungslos: Hätte der Mittelfeldspieler von AS Livorno Calcio gerettet werden können? Ein geparktes Polizeiauto hatte im Stadion die Zufahrt blockiert und die Ankunft des Rettungswagens auf dem Rasen verzögert.
"Wir werden das aufklären und den Bericht der Staatsanwaltschaft übermitteln", erklärte Pescaras Bürgermeister Luigi Albore Mascia. Wie der Polizeichef der Stadt an der Adria-Küste meinte auch Mascia, dass die Rettungsmaßnahmen durch die Verzögerung nicht beeinträchtigt worden seien. "Am Spielfeld standen drei Defibrillatoren bereit", betonte der Bürgermeister.
Vor den Augen der Zuschauer im Stadion und an den TV-Geräten hatten sich am Samstag schreckliche Szenen abgespielt: Morosini ging in der 30. Spielminute bei Pescara Calcio in die Knie, versuchte sich nochmals aufzurichten und blieb dann bewusstlos auf dem Rasen liegen. Helfer und Ärzte begannen sofort mit einer Herzmassage. "Niemand wird diese schrecklichen Bilder je wieder vergessen", schrieb "Tuttosport" am Sonntag.
Nach rund sieben Minuten brachte der Rettungswagen Morosini ins Santo-Spirito-Krankenhaus. Dort stellte Chef-Kardiologie Leonardo Paloscia gegen 17 Uhr den Tod des Fußballers fest. "Er ist nicht mehr zu sich gekommen, weder auf dem Platz noch im Krankenhaus", sagte Paloscia.
Die genaue Todesursache soll die Obduktion heute ergeben. Die Ärzte gehen bislang von einem Infarkt oder einem Aneurysma (Arterienerweiterung) aus. Wenige Minuten vor seinem Zusammenbruch hatte sich der Fußballer ein übliches Kopfball-Duell mit Emmanuel Cascione geliefert. Ob er sich dabei eine Verletzung zugezogen haben kann, war am Sonntag unklar.
Morosini, der seine Lebensgefährtin Anna hinterlässt, hat in seinem Leben viele Schicksalsschläge verkraften müssen. Seine Eltern waren früh verstorben, sein behinderter Bruder nahm sich das Leben, er kümmerte sich liebevoll um seine kranke Schwester. "Er war ein Mensch, der so viel Unglück erdulden musste. Ich kann nicht beschreiben, was ich fühle", sagte Morosinis früherer Mitspieler Roberto Baronio von Udinese Calcio.
Morosini war italienischer Jugend-Nationalspieler. Für Udinese Calcio war er auch schon in der ersten Liga angetreten, der Club hatte ihn in der Winterpause an den AS Livorno ausgeliehen. Udinese-Clubchef Giampaolo Pozzo kündigte am Sonntag Unterstützung für die hilfsbedürftige Schwester des Kickers an.
Morosinis Tod löste weltweit große Anteilnahme aus. "Keine Worte können meine Gefühle ausdrücken, die ich bei der Nachricht vom Tod von Piermario Morosini empfunden habe. Nur Tränen", schrieb FIFA-Präsident Joseph Blatter kurz nach dem Unglück bei Twitter. Livornos Club-Präsident Aldo Spinelli sprach von einer "Tragödie". Tausende Fans des Clubs pilgerten zum Stadion in Livorno und hängten ein Spruchband auf mit der Aufschrift: "Du hast bis zuletzt gekämpft. Ciao Grande Moro!" Das Nationale Olympische Komitee Italiens ordnete für alle Sportveranstaltungen des Wochenendes eine Schweigeminute an. Die Partie in Pescara war beim Zwischenstand von 2:0 für Livorno abgebrochen worden. Danach sagte der italienische Fußballverband (FIGC) alle Ligaspiele ab und verschob die Partien der ersten und zweiten Liga auf das kommende Wochenende.
Das Drama vom Wochenende ist das neueste Kapitel in der traurigen Geschichte von Spielern, die auf dem Feld den plötzlichen Herztod erlitten - unter anderem Kameruns Nationalspieler Marc-Vivien Foé (Manchester City) und der Ungar Miklos Feher (Benfica Lissabon).
Artikel vom 14.04.2012
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