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Zehn-Zentner-Bombe
Fliegerbombe legte Hauptbahnhof Münster stundenlang lahm
dpa
Münster. Ausgerechnet am ersten Ferientag ging nichts mehr. Nach dem Fund einer Fliegerbombe musste der Hauptbahnhof in Münster gesperrt werden. Die Entschärfung war ausgesprochen schwierig.
Passagiere stehen wegen einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg vor dem abgesperrten Hauptbahnhof in Münster. Foto: dpa
Eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten
Weltkrieg hat am Samstag den Hauptbahnhof von Münster zwölf Stunden
lang lahmgelegt. Der überraschende Bombenfund sorgte am ersten Tag
der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen für viele frustrierte
Urlaubreisende. Nachdem der Kampfmittelräumdienst die beiden Zünder
aus dem Blindgänger entfernt hatte, konnte der Bahnhof am Nachmittag
wieder freigegeben werden, berichtete ein Sprecher der Bundespolizei.
Bauarbeiter waren in der Nacht in einem Fußgängertunnel unter den
Bahnsteigen auf die Fliegbombe gestoßen. Der Hauptbahnhof war
daraufhin kurz nach 3.00 Uhr gesperrt worden. Da ein Abtransport der
Fliegerbombe nicht möglich war, musste sie an Ort und Stelle
entschärft werden. Weil sich in der Bombe ein selten verwendeter
Zünder befand, war die Entschärfung schwierig. Die Sperrung des
Bahnhofs konnte erst kurz nach 15.00 Uhr aufgehoben werden.
Bei vielen Bahnreisenden sorgte die Sperrung für einen verspäteten
Start in die Ferien. «Wir waren so blauäugig herzukommen, obwohl wir
von der Bombe gehört hatten», sagte ein genervter Rucksacktourist.
Eine Bahnsprecherin sagte nach der Entschärfung: «Wir hoffen, dass
sich jetzt alles so schnell wie möglich normalisiert.»
Der Fernverkehr war nach dem Bombenfund über Nebenbahnhöfe
umgeleitet worden. Nachdem am Mittag das Stellwerk der Bahn in
Münster ebenfalls evakuiert worden war, mussten die Züge großräumig
umgeleitet werden. Im Nahverkehr wurden Busse eingesetzt.
Im Bahnhofsviertel mussten mehr als 1000 Anwohner ihre Häuser
verlassen. Dabei waren etwa 150 Feuerwehrleute im Einsatz. «Alles
ohne Probleme, motzig ist eigentlich niemand», sagte einer der
Helfer.
Artikel vom 07.07.2012
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