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Kreuzfahrtschiff "Deutschland"
Bundesregierung warnt vor Ausflaggen des ZDF-"Traumschiffs"
dpa
Berlin/Neustadt. Millionen Fernseh-Zuschauer kennen das Kreuzfahrtschiff "Deutschland" als ZDF-"Traumschiff". Die Reederei Peter Deilmann erwägt, die "Deutschland" unter der Flagge Maltas fahren zu lassen. Davor warnt jetzt der Maritime Koordinator der Bundesregierung.
Die MS Deutschland. Foto: dpa (Archivbild)
Vor der drohenden Ausflaggung des ZDF-Traumschiffes "Deutschland" hat der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, hat gewarnt. "Ich nehme die Ankündigung der Reederei Deilmann, die "MS Deutschland" auszuflaggen, mit Besorgnis zu Kenntnis. Die Verlagerung der "MS Deutschland" in das Schiffsregister Maltas hat weit mehr Auswirkungen als das Auswechseln der deutschen Fahne am Achterdeck durch die maltesische", erklärte Otto am Samstag.
Insbesondere für die Besatzung der "Deutschland" wäre dieser Flaggenwechsel mit erheblichen Änderungen rechtlicher und finanzieller Art verbunden. Die Reederei Peter Deilmann hatte im Mai mitgeteilt, sie überlege, das "Traumschiff" künftig unter der Flagge Maltas fahren zu lassen. Begründet hatte die Reederei das unter anderem mit der Kürzung von Zuschüssen für deutsche Schiffe aus Berlin.
"Der Gesetzgeber hat leider in den letzten Monaten endgültig entschieden, Finanzmittel, die früher die erheblichen Kostennachteile eines im deutschen Schiffsregister geführten Schiffes zumindest teilweise ausgeglichen und damit die Chancengleichheit auf dem Markt gesichert haben, um mehr als 80 Prozent zu kürzen", hatte die Reederei damals geschrieben. Auch auf politischer Ebene habe keine zufriedenstellende Lösung erarbeitet werden können. Die Reederei sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Veränderung des Schiffsregisters für alle Beteiligten die sinnvollste Lösung darstellt.
Otto wies diese Darstellung jetzt entschieden zurück: "Die Bundesregierung steht zu ihrer Verantwortung für die deutsche Seeschifffahrt." Das Maritime Bündnis werde gerade nach vielen Gesprächen zwischen Reedern und der Bundesregierung auf eine neue, solide Grundlage gestellt - insbesondere mit positiven Auswirkungen für die Seeleute auf Schiffen unter deutscher Flagge.
Der Maritime Koordinator appellierte an die Reeder, der Verantwortung und klaren Zusagen für den Standort Deutschland gerecht zu werden. "Dies gilt in besonderem Maße für den Eigentümer des Schiffes, das den Namen dieses Landes trägt und das "Deutsche Schiff" bei den Olympischen Spielen in London sein wird", hieß es in Ottos Mitteilung. Der Maritime Koordinator ist für alle Maßnahmen der Bundesregierung zuständig, die mit Meerestechnik und Schifffahrt sowie den Häfen zu tun haben.
Artikel vom 09.06.2012
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