Partielle Sonnenfinsternis am 20. März

Wenn der Mond lange Schatten wirft

Stefan Krause erläutert, was man grundlegend über eine Sonnenfinsternis wissen muss.

11.03.2015 BONN. Wenn am Freitag, dem 20. März, das Wetter mitspielt, wird der Vormittagshimmel über Bonn ein beachtliches Spektakel bieten. Eine totale Sonnenfinsternis wird es zwar nicht geben. Denn, so erklärt Stefan Krause: "Die Zentralzone verläuft ja nur über Wasser und auf einer arktischen Inselgruppe."

Über Bonn verlaufe das Zentrum des Schattens, den der Mond auf die Erde wirft, nur durchschnittlich alle 360 Jahre. Aber auch 77 Prozent Bedeckung ergeben schon ein beeindruckendes Bild. Krause, der für eine Spezialagentur für astronomische Reisen arbeitet, informierte in der Bonner Volkssternwarte an der Poppelsdorfer Allee über das Thema Sonnenfinsternis.

"Voraussetzung ist, dass Neumond ist und der Mond zwischen Erde und Sonne steht", sagte er. Warum geschieht das nicht jeden Monat? "Die Mondbahn, in der der Mond um die Erde zieht, liegt nicht genau in der gleichen Ebene wie die Bahn, die die Erde um die Sonne zieht." Wo sich Erd- und Mondbahn kreuzen, befinde sich der "Bahnknoten". Der liege in der Regel zweimal im Jahr zwischen Erde und Sonne. "Der Neumond muss 16 Tage vor oder nach dem Moment erfolgen, an dem dieser Kreuzungspunkt auf der Linie steht."

Dann könne man eine Verdunkelung der Sonne beobachten, wenn man sich am richtigen Ort befinde. Bei halbwegs klarem Himmel sieht man die partielle Finsternis am 20. März auch in Bonn (siehe Infokasten). Das solle man aber auf keinen Fall mit dem bloßen Auge versuchen, warnt Krause. Das sei nur bei totaler Finsternis gefahrlos möglich. Selbst wenn 99 Prozent der Sonne verdeckt seien, sei das eine Prozent noch 4000 Mal heller als der Vollmond. Erst recht solle man nicht direkt durch ein Teleskop oder den Kamerasucher sehen.

Wie soll man die partielle Finsternis beobachten? "Der älteste aller Tricks ist die so genannte Lochkamera." Den Effekt könne man auch schon mit einem Küchensieb erreichen, das man vor die Sonne halte: Der Schatten am Boden zeige viele kleine Sonnensicheln. Oder man könne bestimmte Kunststofffolien als Filter verwenden und sie vor Teleskope und Kameras setzen. Das schütze auch die Kamera vor Schaden. Durch deren digitalen Sucher könne man das Ereignis gefahrlos beobachten. Oder man schaffe sich eine spezielle Brille an, deren Sichtfolien so abgedunkelt sind, dass die Augen beim Blick in die Sonne nicht geschädigt werden. Wichtig: "Da darf auf keinen Fall ein Loch drin sein." Oder man geht zur Volkssternwarte, wo die Sonnenfinsternis auch beobachtet wird. (Stefan Knopp)