Zeugin: Ersatzpapiere aus Tunesien brauchten besonders lange

21.03.2017 Düsseldorf. Passersatzpapiere aus Tunesien haben bis zum Berliner Terroranschlag des Tunesiers Anis Amri besonders lange auf sich warten lassen. Das hat eine Mitarbeiterin der Zentralen Ausländerbehörde Köln am Dienstag im Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags zum Fall Amri ausgesagt. "Das dauerte mindestens sechs Monate, eher länger. Wir haben Fälle, die sind schon länger als ein Jahr anhängig", sagte die Zeugin aus. Seit dem Anschlag mit zwölf Toten gehe es allerdings schneller.

Tunesien sei ihres Wissens zudem das einzige Land, das nicht nur Finger-, sondern auch Handflächenabdrücke der Betroffenen verlange. Etwa alle zwei Wochen habe man beim tunesischen Generalkonsulat nachgefragt, wie der Stand des Verfahrens ist. Im Fall Anis Amri habe man bei den Versuchen, Ersatzpapiere zu beschaffen, dies mit dem Alias-Namen Al Masri getan. "Personen mit Alias-Namen sind nichts Ungewöhnliches." (dpa)