120 Verdächtige aus Mafia-Szene in NRW im Visier

Herbert Reul (CDU) gestikuliert während einer Pressekonferenz.

Herbert Reul (CDU) gestikuliert während einer Pressekonferenz.

23.02.2018 Düsseldorf. Die italienische Mafia spielt in Nordrhein-Westfalen laut einem Bericht des Innenministeriums keine herausragende Rolle unter den organisierten Kriminellen.

In 214 Verfahren aus diesem Spektrum, die zwischen 2012 und 2016 in den Polizeibehörden des Landes bearbeitet wurden, gab es nur in zehn Fällen überwiegend italienische Tatverdächtige. Das geht aus einer Antwort von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) auf eine Anfrage aus der SPD-Landtagsfraktion hervor. Das Recherchezentrum "Correctiv" hatte am Freitag darüber berichtet.

Insgesamt zählt die Polizei in NRW etwa 120 Personen zum Spektrum "Italienische Organisierte Kriminalität". Sie werden vor allem den mafiösen Organisationen der Ndrangheta, Cosa Nostra sowie in geringerem Umfang der Camorra und der apulischen organisierten Kriminalität zugerechnet. Aufgefallen sind sie vor allem wegen Umsatzsteuerhinterziehung, Drogenhandel und -schmuggel sowie das "Verschieben" von Autos ins Ausland. Meist führten sie ein eher unauffälliges Leben in bürgerlichen Berufen, berichtete Reul. (dpa)