Kommentar zum Anti-Terror-Einsatz in Attendorn

Zugriff

Zwei Islamisten wurden bei Razzien in Berlin und in Attendorn festgenommen worden.

Zwei Islamisten wurden bei Razzien in Berlin und in Attendorn festgenommen worden.

Deutschland bleibt im Fadenkreuz des islamistischen Terrors. Wenn die Terrorgefahr für Deutschland, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière und die Chefs der Sicherheitsbehörden immer wieder betonen, insgesamt abstrakt und nicht konkret sei, so hat die Polizei am Donnerstag doch ganz konkret zugegriffen.

In diesem Fall wieder im Sauerland, wo ein Sondereinsatzkommando schon einmal zuschlagen musste, als 2007 mit der Sauerland-Gruppe eine deutsche Terrorzelle aufgeflogen war.

Jetzt ging den Fahndern in der Kleinstadt Attendorn ein mutmaßlicher Islamist ins Netz, der erstens einen Anschlag in Berlin geplant haben soll und zweitens in Algerien gesucht wird, weil er der Terrormiliz Islamischer Staat angehören soll. Der Zugriff in Attendorn zeigt erneut, dass die Gefahr für Deutschland nicht nur näher kommt, sondern bereits nahe ist. Nach früheren Anschlägen in Madrid und London sowie jüngsten Attentaten in Paris und Istanbul bleiben auch deutsche Großstädte Ziele der Religionskrieger in ihrem menschenverachtenden Feldzug gegen alle Ungläubigen, aber auch gegen Muslime im Irak oder in Syrien.

Bislang hat der islamistische Terror Deutschland nicht getroffen, weil Ermittler aufmerksam waren oder Bombenzünder schlicht nicht funktioniert haben. Furcht wäre ein schlechter Ratgeber in diesen Tagen des Karnevals und im Kampf gegen den Terror überhaupt, weil er sich ohnehin gegen unsere Art zu leben richtet. Panik nein, Aufmerksamkeit ja, denn: Es gibt keine grundsätzlich neue Lage, auch wenn die Gefahr latent bleibt.