Kommentar zum Rücktritt des AfD-Politikers André Poggenburg

Weit rechts außen

André Poggenburg am 14. Februar beim Politischen Aschermittwoch der sächsischen AfD.

André Poggenburg am 14. Februar beim Politischen Aschermittwoch der sächsischen AfD.

Berlin. Nach seiner auch innerparteilich umstrittenen Rede zum Aschermittwoch tritt Sachsen-Anhalts AfD-Landesvorsitzender und Fraktionschef André Poggenburg zurück. Holger Möhle kommentiert diesen Schritt.

Es ist das Ende seiner „Kameltreiberei“. Jedenfalls mit einem von Steuergeld bezahlten politischen Mandat. Der AfD-Fraktions- und Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, ist seine Jobs los. Der Rechtsaußen agierte dann auch für AfD-Verhältnisse allzu weit rechts außen, als dass er sich in beiden Ämtern hätte halten können. Selbst bei einem Politischen Aschermittwoch sind eben nicht alle Vergleiche recht (und billig).

Poggenburg muss den politischen Höchstpreis dafür bezahlen, dass er bei seiner Rede an Aschermittwoch die türkische Gemeinde in Deutschland als „Kameltreiber“ und „Kümmelhändler“ verunglimpfte. Rücktritt von seinen Ämtern, den Poggenburg schnell noch als freiwillig deklariert.

Poggenburg, der wie der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke, zu den rechtsnationalen Auslegern seiner Partei gezählt wird, hat mit seinen jüngsten geschmacklosen Vergleichen die rote Linie überschritten – auch aus Sicht des AfD-Bundesvorstandes. Wäre es „nur“ diese eine Aschermittwochsrede gewesen, hätte die AfD-Spitze womöglich noch still gehalten. Doch Poggenburg war schon vorbelastet. Im Landtag hob er immer wieder die Stimmung auf Bierzelt-Niveau, plädierte in der Debatte über Familienzusammenführung dafür: „Ja, aber bitte so: „Ab nach Hause, zum Wiederaufbau, zu Frau und Kind.“

Es verwundert nicht, wenn einige Verfassungsschutzämter in den Ländern dafür plädieren, die AfD zu beobachten. Volksvertreter vom Schlage Poggenburgs tragen völkisch, rassistisch dazu bei – und fühlen sich von der AfD angezogen.