Schüler als geistig behindert eingestuft: Klage gegen Land

Die Außenansicht des Landgerichts in Köln.

Die Außenansicht des Landgerichts in Köln.

07.03.2017 Köln. Ein früherer Förderschüler sieht sich zu Unrecht als geistig behindert eingestuft und hat das Land Nordrhein-Westfalen auf Schadenersatz verklagt. Der Fall beschäftigt seit Dienstag das Kölner Landgericht. Der 20-Jährige meint, durch den Besuch einer Förderschule für geistige Behinderung seien ihm Bildungschancen und ein normaler Schulabschluss vorenthalten worden. Der Vorsitzende Richter sagte, es sei sehr schwer zu beurteilen, ob die Schule ihre Amtspflichten verletzt hat. Der Kläger und das Land sollen nun weitere Unterlagen einreichen, danach soll es einen weiteren Verhandlungstermin geben. (Aktenzeichen: 5 O 182/16)

Der Richter sagte, es sei "höchstwahrscheinlich ein Fehler gewesen, den Kläger auf eine Schule für geistige Behinderung zu schicken". Jedoch gebe es das Problem der Kausalität: Es sei schwierig nachzuweisen, ob der weitere Lebensweg des Schülers tatsächlich anders ausgesehen hätte, wenn er auf eine andere Schule gekommen wäre. (dpa)