NRW-Wahl 2012

Röttgen hat in Bonn keine Chance

Verloren: CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen.

BONN/RHEIN-SIEG-KREIS. Debakel für die CDU auch in Bonn: Norbert Röttgen erreicht im Norden der Bundesstadt nicht einmal 29 Prozent. Sein direkter Kontrahent, Bernhard von Grünberg, zieht dagegen für die SPD mit fast 46 Prozent erneut in den Landtag ein.

Erstmals gewinnt die SPD durch Renate Hendricks auch den Wahlbezirk im Bonner Süden. Im Rhein-Sieg-Kreis endet der Wahlabend für die CDU ebenfalls dramatisch: Von vier Wahlkreisen fallen zwei an die SPD.

"Das ist eine bittere Niederlage für uns, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet", kommentierte der Bonner CDU-Chef Philipp Lerch das schlechte Abschneiden in beiden Stadtwahlkreisen.

Euphorisch ist dagegen die Stimmung bei der SPD in Bonn. Bernhard von Grünberg holt seinen Wahlkreis zum dritten Mal direkt und deklassiert den CDU-Spitzenkandidaten. "In der Höhe habe ich nicht mit dem Sieg gerechnet", sagt von Grünberg. "Aber Herr Röttgen hat sich selbst ein Bein gestellt und deutlich gemacht, dass er eigentlich lieber in Berlin bleiben will."

Ein bitterer Sonntag ist es für die CDU im Rhein-Sieg-Kreis. In allen vier Wahlkreisen verliert die CDU zum Teil erheblich. Zwei Wahlkreise fallen seit vielen Jahren erstmals wieder an die SPD. So gewinnt Achim Tüttenberg (SPD) aus Troisdorf den Wahlkreis 28 vor Michael Solf (CDU).

Im Osten des Kreises ist die Entscheidung äußerst knapp: Dirk Schlömer (SPD) aus Hennef setzt sich gegen Tim Salgert (CDU) durch. Zwar mit Verlusten, aber immerhin als Siegerinnen ziehen die Christdemokratinnen Ilka von Boeselager (Swisttal) und Andrea Milz (Königswinter) wieder in den Landtag ein. Für die Grünen erreicht Staatssekretär Horst Becker aus Lohmar mit 14,3 Prozent das Topergebnis in der Region.