Studie zur Kriminalität

Mehr Gewalt durch junge Flüchtlinge

Die Schatten von Flüchtlingen nach ihrer Ankunft in Deutschland im Herbst 2015.

Eine aktuelle Studie zeigt: Die Gewalt durch junge Flüchtlinge nimmt zu.

Berlin. Eine aktuelle Studie zeigt: Die Gewalt durch junge Flüchtlinge nimmt zu. Besonders männliche Migranten aus Nordafrika und Georgien zählen zur problematischen Gruppe.

Junge und männliche Flüchtlinge sorgen dafür, dass die Kriminalitätsstatistik bei Gewaltdelikten ansteigt. Wie aus einer Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer hervorgeht, ist die Zahl der Gewalttaten in Niedersachsen zwischen 2014 und 2016 um 10,4 Prozent gestiegen. Diese Zunahme ist den Experten zufolge zu mehr als 90 Prozent Flüchtlingen zuzurechnen. Insgesamt hat sich die Zahl der Fälle mit tatverdächtigen Flüchtlingen zwischen 2014 und 2016 in Niedersachsen um 241 Prozent erhöht.

Es gebe aber keine generell höhere Kriminalitätsneigung von Flüchtlingen, wie die Autoren der Studie betonen. Sie verweisen unter anderem darauf, dass Gewaltkriminalität vor allem von Flüchtlingen aus einzelnen Nationen mit schlechter Bleibeperspektive verübt wird. Dazu zählen Tunesien, Algerien und Marokko (Maghreb-Staaten). Auch der überdurchschnittlich hohe Anteil von jungen Männern unter den Flüchtlingen gilt als ein Grund für die höhere Kriminalitätsrate. "In jedem Land der Welt sind männliche 14- bis 30-Jährige bei Gewalt- und Sexualdelikten deutlich überrepräsentiert", heißt es in der Studie.

Zahlen des Bundeskriminalamts aus dem ersten Halbjahr 2017 belegen insbesondere den Trend der Gewalttäter aus den Maghreb-Staaten und aus Georgien, während Syrer, Afghanen und Iraker im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sogar unterdurchschnittlich häufig straffällig werden.

Die Befunde der Studie haben die Debatte um den Familiennachzug erneut befeuert. "Je höher der Frauenanteil bei einer Flüchtlingsgruppe, umso ziviler verhält sie sich. Frauen zivilisieren Männer", sagte Pfeiffer. Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) forderte eine "menschliche Regelung für den Familiennachzug". Der Städte- und Gemeindebund verlangte hingegen, dass die bestehende Regelung fortgesetzt wird, wonach zeitlich begrenzt geschützte Flüchtlinge ihre Familien nicht nachholen dürfen. Er sieht die Kommunen durch eine zu großzügige Regelung überfordert.

Die Zahl der Angehörigen von Ausländern aus Drittstaaten, die im Wege des Familiennachzugs nach Deutschland kommen, ist 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Demnach reisten zwischen Januar und Ende November 2017 knapp 85.000 Angehörige von Flüchtlingen und Migranten ein, davon 36.100 Kinder. 2016 waren es dagegen noch rund 114.500 Personen, davon 46.600 Kinder.

Auch die Zahl der Visumsanträge zum Familiennachzug ist danach nicht sehr stark angestiegen. Zwischen Januar und Ende September 2017 wurden knapp 104.000 Visumsanträge für Familienangehörige gestellt, im gesamten Vorjahr waren es 115.000.