Kommentar zur AfD und Björn Höckes

Machtkampf

Auch in der eigenen Partei umstritten: Björn Höcke, AfD-Landesvorsitzender in Thüringen.

Auch in der eigenen Partei umstritten: Björn Höcke, AfD-Landesvorsitzender in Thüringen.

Bonn. Die Mehrheit der AfD-Spitze will Björn Höcke loswerden. Doch ob das gelingt, ist noch offen. Das Theater in der Partei verdeutlicht die Konstellationen eines Machtkampfes im Vorfeld der Bundestagswahl. Ein Kommentar von GA-Chefredakteur Helge Matthiesen.

Was ist davon zu halten, wenn Rechte Rechten ihre rechten Positionen vorhalten und nach Parteiausschluss rufen? Die AfD führt dieses Theater gerade auf. Mag sein, dass es auch um unterschiedliche politische Positionen geht. Viel deutlicher sind jedoch die Konstellationen eines Machtkampfes im Vorfeld der Bundestagswahl. Die Gräben laufen quer durch die Partei und folgen eben nicht irgendwelchen politischen Flügeln. Frauke Petry will Höcke loswerden, weil der zur Gruppe ihrer Widersacher gehört. Warum sonst hat der notorische Rechtsausleger aus Thüringen mit Jörg Meuthen oder Alexander Gauland Unterstützer aus dem eher gemäßigten bürgerlichen Teil der AfD? Meuthen und Gauland wiederum haben noch Rechnungen mit Frauke Petry offen. Allen gemeinsam ist, dass sie die Klaviatur der politischen Provokation durch rechte Sprüche beherrschen. Der eine vielleicht etwas polemischer als die andere, aber die Unterschiede sind überschaubar.

Man darf das alles für eine Show halten, denn ein Ausschluss Höckes ist am Ende eher unwahrscheinlich. Der Vorstoß Petrys im Parteivorstand bringt die AfD mal wieder ins Gespräch und macht ihren Flügelmann vom rechten Rand noch bekannter. Das wird der Partei am Ende nützen.

Das nüchterne Kalkül der AfD sieht nämlich vermutlich ganz anders aus. Der Partei dürfte klar sein, dass sie ohne den extremen rechten Rand schlechtere Karten bei den kommenden Wahlen hat. Der wird also bedient werden müssen. Ob Höcke das tut oder anschließend Frauke Petry, ist eher gleichgültig.