Kommentar zur US-Außenpolitik

Keine guten Aussichten

Rex Tillerson, Außenminister der USA, während einer Pressekonferenz.

Rex Tillerson, Außenminister der USA, während einer Pressekonferenz.

Washington. Die Zahl der Menschen, die bereits von Trump von ihren Ämtern enthoben wurde, wächst weiter an. Am Dienstag verkündete der US-Präsident, dass er seinen Außenminister feuert.

Der Frühjahrsputz im Weißen Haus nimmt Fahrt auf. Nach Wirtschaftsberater Gary Cohn, der Trumps Strafzoll-Politik ablehnt, hat der Präsident mit Rex Tillerson einen weiteren, wenn auch entschieden leiseren Kritiker kaltgestellt. Die Schnittmenge an gemeinsamen Weltanschauungen der beiden Männer war zuletzt so gut wie nicht mehr vorhanden.

Außenminister Tillerson war kein heller Stern am Himmel der Diplomatie. Dafür interessierte den bedächtig auftretenden Texaner der Job einfach nicht genug. Auch darum ließ er es in Verkennung der Notwendigkeiten in einer konfliktreichen Welt zu, dass der Systemsprenger Trump das Außenministerium bis zur Bedeutungslosigkeit marginalisieren konnte. Auf der anderen Seite wird man dem knorrigen Öl-Manager in einigen Monaten noch hinterherweinen. In der Konstellation mit einem irrlichternden Präsidenten war er einiges wert. Weil auch Stabschef John Kelly Trump nicht genug nach dem Mund redet und vor dem Abschied steht, ruhen die Hoffnungen der internationalen Gemeinschaft nun ausgerechnet auf James Mattis. Der Verteidigungsminister ist die letzte „erwachsene“ Firewall vor Trump.

Die Wahl von CIA-Chef Mike Pompeo, der sich durch Willfährigkeit gegenüber Trump und bellizistische Drohungen gegen Iran und Nordkorea bemerkbar gemacht hat, ist dagegen ein Grund zur Beunruhigung. Mit seiner Berufung zeichnet sich ab, dass der Präsident unter der erdrückenden Last der Ermittlungen in der Russland-Affäre außenpolitisch massiv auf Konfrontationskurs geht. Keine guten Aussichten.