NRW-Wirtschaftsminister Duin zu Besuch in Teheran

Iran lockt mit Aufträgen

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD).

Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) ist derzeit im Iran unterwegs, um Marktchancen auszuloten.

Teheran. Die NRW-Unternehmer-Delegation, die derzeit mit Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) im Iran unterwegs ist, freut sich über erste Erfolge: Am Mittwochabend unterzeichnet die Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ADKL in Teheran bereits einen Kooperationsvertrag mit iranischen Partnern. Henkel hat ebenfalls zusätzliche Investitionen angekündigt. Auch der Auftrag für ein Walzwerk könnte nach NRW gehen.

Duin ist am Sonntag mit über 80 Vertretern mittelständischer Firmen in den Iran geflogen, um Marktchancen auszuloten und nach Lockerung des Embargos die traditionell guten Kontakte zwischen deutscher und iranischer Wirtschaft wieder aufleben zu lassen. „Ich bin positiv überrascht“, zog er gestern Abend eine Zwischenbilanz, „die Begegnungen waren offener und liberaler als gedacht.“ Ein Treffen des NRW-Ministers mit dem iranischen Vize-Industrieminister Valiollah Afkhami ist Duin zufolge „für ein Erstgespräch ungewöhnlich konkret“ verlaufen. In der Delegation ist auch die Bonner Firma Axxessio vertreten.

„Wir haben sehr viel Erfahrungswissen gesammelt“, betonte Duin. So sei deutlich geworden, wie wichtig die Regionalbehörden und der gute Draht zu ihnen seien. „Wenn es um Arbeitsschutz oder Arbeitnehmerrechte geht, kommt kein deutscher Investor an ihnen vorbei“, so Duin.

Wie groß die Nachfrage nach Maschinen, Investitionen und Wissenstransfer ist, hat die Delegation am Dienstag beim Infrastrukturprojekt Parand vermittelt bekommen. Die im Bau befindliche Vorstadt 30 Kilometer südwestlich von Teheran soll in den kommenden zwei Jahren von derzeit 180.000 auf 480.000 Einwohner wachsen. 300 Hektar Land für Großindustrieprojekte sind noch zu vergeben.

Deutsche Firmen sind ausdrücklich willkommen: „Wir wollen in Solaranlagen, Kinos, ein Müllabfuhrsystem und einen Gesundheitskomplex aus Medizintechnik, Ärzten und Krankenhäusern investieren, das Ziel für Patienten aus dem gesamten Nahen Osten sein soll“, lockt Mohsen Vatankhabhi vom Ministerium für Stadtentwicklung und Straßenbau. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert dem Iran jährliche Wachstumsaussichten von rund fünf Prozent bis 2020.

Die NRW-Unternehmer reagierten zunächst verhalten optimistisch auf die große Nachfrage nach westlichen Maschinen, Investitionen und Expertise. Für sie sind der noch immer eingeschränkte Zahlungsverkehr und das Verlustrisiko angesichts des wechselhaften, politischen Klimas der Islamischen Republik Iran erhebliche Hürden.