Mitgliedervotum zum Koalitionsvertrag

Grokomat soll SPD-Mitgliedern bei der Entscheidung helfen

Auf den Entscheid der SPD-Mitglieder kommt es nun an, ob die Große Koalition in die nächste Runde geht.

Auf den Entscheid der SPD-Mitglieder kommt es nun an, ob die Große Koalition in die nächste Runde geht.

Bonn/München. Der Vorsitzende eines Münchner SPD-Ortsvereins, Marian Misch, hat zusammen mit einem Kommunikationswissenschaftler den Grokomat entwickelt. Er soll SPD-Mitgliedern bei der Bewertung des Koalitionsvertrages mit der CDU/CSU helfen.

Er funktioniert ähnlich wie der Wahl-O-Mat vor der Bundestagswahl, ist aber unübersehbar in den Farben der SPD gestaltet: Der Grokomat soll vorrangig SPD-Mitgliedern bei der Entscheidung helfen, ob sie sich für oder gegen den Koalitionsvertrag mit der Union aussprechen. Bis zum 20. Februar werden die Abstimmungsunterlagen an die Mitglieder versandt, am 2. März ist Einsendeschluss. Am 4. März werden die Stimmen ausgezählt und das Ergebnis bekanntgegeben.

Um den Parteikollegen bei ihrem Votum unter die Arme zu greifen, haben Marian Misch und Bernhard Goodwin den Grokomat entwickelt. Misch ist Vorsitzender eines Münchner SPD-Ortsvereins, SPD-Fraktionssprecher in einem Bezirksausschuss von München sowie früherer Geschäftsführer der Jusos Oberbayern. Goodwin ist Kommunikationswissenschaftler und war früher Pressesprecher der SPD München. Sie erklären ihre Plattform zu einem "neutralen Informationsangebot", das jedoch keine Wahlempfehlung sein, sondern zur Meinungsbildung beitragen soll.

Der Grokomat konfrontiert den Nutzer mit 22 Thesen, die zentrale politische Themen wie Rente, Asyl- und Klimapolitik oder eine Steuerreform kommentieren. Darauf kann mit den Buttons "Dem Stimme ich zu", "Das hält sich die Waage" oder "Das glaube ich nicht" reagiert werden. Außerdem können Thesen doppelt gewertet oder übersprungen werden. Am Ende sieht der Nutzer, wie viele seiner Thesen mit der Position "PROGroKo" und wie viele mit "#NOGroko" übereinstimmen.

So sieht die Startseite des Grokomat aus.

So sieht die Startseite des Grokomat aus.

 

Einige Nutzer haben ihr Ergebnis bereits in den sozialen Netzwerken veröffentlicht. Einer von ihnen kritisiert, dass die Thesen "ziemlich suggestiv gestellt" seien und es "relativ eindeutig" sei, "welche Position ProGroKo und welche NoGroko sein soll". Marian Misch erklärte gegenüber T-Online, dass Goodwin und er darauf geachtet hätten, "dass die Hälfte der Thesen eher pro und die andere Hälfte eher contra GroKo formuliert ist".

Am Montag war der Grokomat online gegangen. 24 Stunden später war er bereits 23.000 Mal aufgerufen worden, wie Marian Misch am Dienstag in einem Facebook-Post mitteilte.