Kommentar zum Politischen Aschermittwoch

Fest(e)reden

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer (CSU) und seine Frau Karin stehen am 01.03.2017 nach ihrer Ankunft beim Politischen Aschermittwoch in der Dreiländerhalle in Passau (Bayern) auf der Bühne und winken den Anwesenden zu. Foto: Andreas Gebert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer (CSU) und seine Frau Karin stehen am 01.03.2017 nach ihrer Ankunft beim Politischen Aschermittwoch in der Dreiländerhalle in Passau (Bayern) auf der Bühne und winken den Anwesenden zu. Foto: Andreas Gebert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Berlin. Beim Politischen Aschermittwoch erklärte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, wie er gegen Merkel gewinnen will. Er sei schließlich der nahbare Politiker und Menschenversteher. Ein Kommentar von Holger Möhle.

Passau, Vilshofen, Landshut, Dingolfing, Osterhofen, Biberach, an Bord eines Donau-Dampfers und schließlich – kleiner Ausreißer in den Norden – noch die Hansestadt Demmin. Auch diese politische Aschermittwochs-Messe ist jetzt gelesen. Aha, Bayern hat den höchsten Berg der Republik und die niedrigsten Schulden.

Auch nicht schlecht: Die SPD tritt an, wieder stärkste politische Kraft in Deutschland zu werden. Die Grünen verteidigen die liberale Flüchtlingspolitik, die CSU will weiter die Obergrenze. Die FDP strebt zurück in den Bundestag. Und Angela Merkel will, genau, Bundeskanzlerin bleiben.

Politischer Aschermittwoch heißt Bierzelt und einfache Botschaften. Bierzelt muss man können. Und Botschaften müssen ziehen. Im Wahljahr haben sich diese Kriterien nicht verändert, auch wenn die politischen Festredner gedanklich schon knapp sieben Monate weiter sind. Am Ende wird abgerechnet, nicht auf der Strecke unterwegs. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat in Vilshofen gezeigt, wie er Bundeskanzlerin Merkel aus dem Sattel heben will: als nahbarer Politiker, der die Sorgen der Menschen versteht, gegen die Mechanikerin der Macht.

CSU-Chef Horst Seehofer machte in Passau deutlich, dass Bayern für ihn – Überraschung – weiter zuerst kommt und Deutschland gegen Rot-Rot-Grün verteidigt werden muss. Und CDU-Chefin Merkel setzt weiter auf die Wirkung ihrer bald zwölf Jahre als Kanzlerin, auf internationale Erfahrung, auf ihr Stehvermögen. Insofern: Am Aschermittwoch nichts Neues. Aber Traditionen wollen trotzdem gepflegt werden.