Kommentar zu Diesel-Skandal und Öffentlichem Nahverkehr

Eine Frage des Geldes

In Bonn wird seit Jahresbeginn der Einsatz von batteriebetriebenen Bussen getestet.

In Bonn wird seit Jahresbeginn der Einsatz von batteriebetriebenen Bussen getestet.

Bonn. Der Diesel allein ist nicht das Problem. Wer etwas für das Klima tun möchte, der muss sein komplettes Verkehrskonzept neu ausrichten.

Bei der Bonner Klimakonferenz im November können sich die Experten der Berliner Arbeitsgruppe ein Bild davon machen, wie Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr aussehen kann. Dann wird nämlich der gesamte Shuttleservice und Busverkehr ins Bundesviertel mit E-Bussen bewältigt. Mehrere deutsche und ausländische Kommunen werden an dem Projekt beteiligt sein.

Der Diesel-Ausstieg beschäftigt die Kommunen ja nicht erst, seit das Thema aufgrund der Skandale öffentlich virulent ist. Für den gerade in den vorzeitigen Ruhestand geschickten Geschäftsführer des Verkehrsbetriebs der Bonner Stadtwerke, Heinz Jürgen Reining, war das eine Herzensangelegenheit. Bonn gehört zu den wenigen deutschen Kommunen, die sich um eine EU-Förderung über das Programm ZeEUS (Zero Emission Urban Bus System) bemüht haben.

Seit Jahresbeginn wird der Einsatz von batteriebetriebenen Bussen getestet. Sechs Fahrzeuge sind bislang im Einsatz. Bis 2030, so hatte Reining mal im Planungsausschuss erklärt, könnte die gesamte Flotte von rund 200 Bussen auf Akkubetrieb umgestellt sein – theoretisch.

Die Frage ist: Wer zahlt das alles? Die Antwort könnte aus Berlin kommen. Allein in Bonn würden so jährlich rund 15.000 Tonnen CO2 eingespart werden – das entspricht dem Ausstoß von etwa 10.000 Mittelklassefahrzeugen. Dennoch: Der Diesel allein ist nicht das Problem. Wer etwas für das Klima tun möchte, der muss sein komplettes Verkehrskonzept neu ausrichten. Ein Blick nach Wien oder Kopenhagen, wo Bus-, Bahn- und Radwegenetze konsequent ausgebaut werden, zeigt, wie es geht.