Kommentar zu den Flüchtlingszahlen

Der Druck bleibt

Auf dem Höhepunkt des Zustroms Ende 2015: Flüchtlinge überqueren die Grenze von Österreich nach Deutschland.

Auf dem Höhepunkt des Zustroms Ende 2015: Flüchtlinge überqueren die Grenze von Österreich nach Deutschland.

BERLIN. 187.000 Menschen stellten im vergangenen Jahr erstmals einen Asylantrag. Unsere Autorin meint: Bund, Länder und Kommunen stehen auch in den nächsten Jahren vor immensen Herausforderungen.

Die Massen von Flüchtlingen, die per Bahn oder zu Fuß durch Europa Richtung Deutschland zogen, sind nicht mehr zu sehen. Die Flüchtlingskrise kann aber nicht als beendet erklärt werden. Noch immer riskieren täglich viele Menschen ihr Leben und begeben sich in die Hände von verbrecherischen Schleppern, um nach Europa und am liebsten nach Deutschland zu gelangen.

Innenminister de Maizière hat recht, dass 187.000 Flüchtlinge, die weiterhin zu großen Teilen ungesteuert ins Land kommen, eine zu hohe Zahl ist. Es ist eine Schande, dass es der Europäischen Union bislang nicht gelungen ist, ein gemeinsames, gerechtes und humanes System zu installieren, durch das wirklich Schutzbedürftige in Europa aufgenommen werden. Europa wird dieses Problem nicht aussitzen können, denn die internationalen Flüchtlingsströme werden in den nächsten Jahren kaum abnehmen.

In Deutschland ist es zum Glück gelungen, bei der Registrierung und Versorgung der Flüchtlinge wieder rechtsstaatliche Verhältnisse herzustellen. Dennoch stehen Bund, Länder und Kommunen infolge des Flüchtlingszustroms insbesondere 2015 und 2016 auch in den nächsten Jahren vor immensen Herausforderungen. Die bereits hier lebenden Flüchtlinge besuchen Integrationskurse zu schleppend und mit zu geringem Erfolg. Die Kriminalität von Flüchtlingen aus einigen Nationen, wie beispielsweise aus nordafrikanischen Ländern ist erschreckend hoch. Die Rückführungen dorthin zu niedrig.