Kommentar zur Sicherheitslage am Wahlsonntag

Bloß kein Ernstfall

Marathon in Berlin vor dem Reichstag.

Marathon in Berlin vor dem Reichstag.

Die Innere Sicherheit ist in diesem Wahlkampf Thema genug. Ein Ernstfall bleibt hoffentlich aus, kommentiert GA-Redakteur Holger Möhle.

Noch fünf Tage bis zur Bundestagswahl. Die Wahlkämpfer zählen ganz gewiss die Tage und Stunden bis zur Schließung der Wahllokale runter. Bislang ist dieser routiniert dahinplätschernde Wahlkampf gottlob von jenem „singulären Ereignis“ verschont geblieben, das sowohl Wahlkämpfer wie auch Sicherheitsbehörden befürchten mussten. Ein möglicher Terroranschlag, der diesem Wahlkampf mit einem Schlag eine andere Richtung hätte geben können.

Aber weiter gilt: Deutschland bleibt im Fadenkreuz des islamistischen Terrors. Die Anschläge von Würzburg, Ansbach und natürlich die Terrorattacke auf den Weihnachtsmarkt in Berlin wie zuletzt auch eine Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt haben gezeigt, dass Deutschland getroffen werden soll. Jedes Mal war es auch ein Angriff auf unsere Art zu leben.

Es sind Anschläge auf weiche Ziele wie ein Musikfestival in Ansbach, auf eine Urlauberfamilie in einem Regionalzug oder eben auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin, mit denen die Attentäter auf die Mitte der Gesellschaft zielen. Wenn am Sonntag der Bundestag neu gewählt wird, steht auch der gleichzeitig stattfindende Berlin-Marathon quer durch die Stadt mit knapp einer Million Zuschauer an der Strecke unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden. Ein weiches Ziel eben.

Abwegig? Das Bombenattentat auf den Boston-Marathon 2013 hat drastisch vor Augen geführt, dass auch eine solche Sport-Großveranstaltung mit Live-Fernsehbildern weltweit ein Terrorziel sein kann. Die Innere Sicherheit ist in diesem Wahlkampf Thema genug. Ein Ernstfall bleibt hoffentlich aus.