Kommentar zum Entwurf des Zuwanderungsgesetzes

Auf dem richtigen Weg

Drei junge Flüchtlinge arbeiten im Ausbildungszentrum der Siemens Professional Education in Leipzig.

Drei junge Flüchtlinge arbeiten im Ausbildungszentrum der Siemens Professional Education in Leipzig.

Berlin. Die Entwürfe des Zuwanderungsgesetzes sind ein Schritt in die richtige Richtung, findet GA-Chefredakteur Helge Matthiesen. Aber wichtig bleibt, dass die gesteuerte Zuwanderung fair für alle bleibt.

Deutschland tut sich schwer mit der Einsicht, ein Einwanderungsland zu sein, das seinen Wohlstand und seine Sozialleistungen nur erhalten kann, wenn es Menschen aus fremden Ländern ermöglicht, hier zu arbeiten und zu leben.

Die Parteien haben bisher immer anders diskutiert als gehandelt, denn der Zustrom von Arbeitskräften, Asylbewerbern oder Flüchtlingen ganz unterschiedlicher Herkunft lief, aber weitgehend ungeregelt, ohne die vitalen Interessen der deutschen Gesellschaft und Wirtschaft zu berücksichtigen.

Flüchtlinge und Asylsuchende machten irgendwann das Gros der neuen Einwohner aus. Dabei suchte man doch eigentlich ganz bestimmte Qualifikationen.

Schritte in die richtige Richtung

Die beiden Gesetze der großen Koalition treten jetzt an, diesen Mangel zu beheben. Sie sind ein erster Schritt in die richtige Richtung. Sie versuchen außerdem, die Schieflagen der ungesteuerten Zuwanderung zu beheben. Viele Unternehmen und viele Hunderttausend Menschen haben sich bemüht, den Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt zu helfen.

Das ist vielfach auf einem guten Weg. In diesem Erfolg steckt viel Arbeit und viel Geld. Die Betroffenen und ihre Arbeitgeber bekommen jetzt eine Perspektive. Bleiben darf, wer für sich selbst sorgen kann und sich erfolgreich integriert.

Wichtig bleibt, dass die gesteuerte Zuwanderung fair für all jene bleibt, die hier heute schon einen Job haben und davon leben müssen. Viele der gesuchten Kräfte werden in Bereichen arbeiten, in denen die Löhne nicht besonders hoch sind, wie in der Pflege. Der Staat hat für gerechte Bedingungen zu sorgen – für alle.