Kommentar zum Regionalverkehr der Bahn

Am Limit

Ein Regionalzug verlässt den Hauptbahnhof in Köln.

Ein Regionalzug verlässt den Hauptbahnhof in Köln.

Bonn. Die Pünktlichkeit der Regionalzüge in NRW war 2018 so schlecht wie seit Jahren nicht. An Schwachstellen wie jene im Köln-Bonner Raum leidet das ganze System, kommentiert GA-Redakteur Dominik Pieper.

Die Pünktlichkeit der Bahn im Regionalverkehr lässt zu wünschen übrig. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig der Ausbau der Schieneninfrastruktur ist. Das gilt für große Knotenpunkte wie in Köln ebenso wie für Regionalstrecken, die teilweise noch eingleisig sind. Überall im Köln-Bonner Raum, von der Eifel bis zur oberen Sieg, gibt es noch solche Abschnitte. An Schwachstellen wie diesen leidet das ganze System: Das Netz ist vielerorts schlichtweg am Limit. Zu den Folgen gehören Verspätungen und verpasste Anschlüsse, letztlich wird aber auch die Taktverdichtung erschwert. Unter diesen Bedingungen gewinnt man kaum mehr Pendler für das Bahnfahren.

Es rächen sich jetzt die Fehler der Vergangenheit. Fehler, die nicht nur der Bahn, sondern auch der Politik anzurechnen sind: Das Schienennetz wurde über Jahrzehnte vernachlässigt, teilweise aufgegeben, besonders auf dem Land. Ausbauten wurden nicht entschieden genug vorangetrieben. Diese Entwicklung lässt sich nicht von heute auf morgen umdrehen, denn von der Planung eines Gleisabschnitts über die Klärung von Finanzierungsfragen bis zur Inbetriebnahme vergeht extrem viel Zeit. Beispiel S 13: Zwölf Jahre sind allein für den Bau der S-Bahn-Verbindung zwischen Bonn-Oberkassel bis zum Köln/Bonner Flughafen veranschlagt. Das muss schneller gehen.

Dennoch bleibt kaum eine Alternative zum Ausbau der Schieneninfrastruktur. Ein zuverlässiger, funktionierender Schienennahverkehr ist nicht nur ein gutes Mittel gegen den Stau auf der Straße. Er ist auch für die regionale Entwicklung bedeutend. Je besser das Umland der großen Zentren durch die Schiene erschlossen wird, desto attraktiver wird dort das Wohnen. Das würde in den Städten etwas Druck vom überhitzten Wohnungsmarkt nehmen.