Kommentar zur koreanischen Annäherung

Schwieriger Weg

Kim Jong Un (r), Machthaber von Nordkorea, und Moon Jae In, Präsident von Südkorea, machen einen gemeinsam Spaziergang anlässlich ihres Treffens.

Kim Jong Un (r), Machthaber von Nordkorea, und Moon Jae In, Präsident von Südkorea, machen einen gemeinsam Spaziergang anlässlich ihres Treffens.

Panmunjom. Der Ausgang des gesamtkoreanischen Gipfels ist erfreulich, meint GA-Korrespondent Felix Lee. Doch leere Versprechungen aus Nordkorea hat es schon früher gegeben.

Vor Kurzem hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un noch damit gedroht, die südkoreanische Hauptstadt Seoul in Schutt und Asche zu legen. Davon ist nun nichts mehr zu hören. Im Gegenteil: Beim ersten gesamtkoreanischen Gipfel am Freitag im Grenzort Panmunjom sind sich Kim und Südkoreas Präsident Moon Jae In nicht nur menschlich nahegekommen. Sie haben eine Denuklearisierung vereinbart und den Abschluss einer Friedensvereinbarung noch in diesem Jahr. Erstmals seit fast 70 Jahren im Kriegszustand scheint es damit konkret die Aussicht auf einen Frieden zu geben.

So erfreulich der Ausgang dieses Gipfels ist – bis zu einem wahren Frieden bleibt es ein schwieriger Weg. Denn der Teufel steckt im Detail. Kim hat sich zwar zu einer Denuklearisierung bereit erklärt. Das geschieht aber nicht zum ersten Mal. Sein Vater und Vorgänger hatte ebenfalls schon mal einer Abkehr vom nordkoreanischen Atomwaffenprogramm zugestimmt und dafür im Gegenzug Öllieferungen erhalten. 2006 kam es zu Nordkoreas erstem Atomtest. Nicht zuletzt nach dieser Erfahrung wird sich Washington mit Kims Erklärung auch kaum zufrieden geben.

Nordkoreas Machthaber wiederum wird bis zu einer tatsächlichen Denuklearisierung eine absolute Sicherheitsgarantie fordern. Diese Sicherheit ist aus seiner Sicht aber nur dann gewährleistet, wenn die USA sich zu einem kompletten Truppenabzug aus der Region bereit erklärt. Darauf dürfte sich Trump jedoch allein schon mit Blick auf das immer mächtigere China nicht einlassen.