Kommentar zum Datenschutz bei Facebook

Kein Vertrauen in Mark Zuckerbergs Aussagen

Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook.

Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook.

Bonn. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg macht Versprechungen in puncto Datenschutz. Es hapert jedoch bei der Glaubwürdigkeit, findet Helge Matthiesen.

Mark Zuckerberg will den Datenschutz seiner Kunden ernster nehmen und sein Netzwerk aus Facebook, Instagram und WhatsApp auf den Schwerpunkt private Kommunikation ausrichten. Das darf man zunächst einfach nur zur Kenntnis nehmen, denn an vollmundigen Ankündigen des Konzernchefs mangelt es ja nicht. Ob er sie umsetzt, ist sehr fraglich.

Würde er seinen Gedanken Taten folgen lassen, dann brächte das Veränderungen für die Nutzer, private wie Unternehmen. Einige der Überlegungen greifen direkt in das Geschäftsmodell von Facebook ein, möglichst viele Daten von Nutzern und Nichtnutzern zu sammeln, um damit Werbekunden zu gewinnen. Daher ist es sehr fraglich, wie ernst das alles gemeint ist. Am Ende hat sich der Facebook-Konzern immer an seinem wirtschaftlichen Erfolg orientiert. Dabei wird es bleiben. Vertrauen verdient Zuckerberg daher nicht.

Der Konzernchef ändert nicht freiwillig seine Strategie, sondern er trägt Strafandrohungen und heftigen Konflikten mit Regierungen und Behörden in Europa und den Vereinigten Staaten Rechnung. Wenn Facebook das Thema Datenschutz nicht ernster nimmt, muss es mit Milliardenstrafen rechnen. Außerdem mehren sich die Stimmen, die eine stärkere Reglementierung des Konzerns fordern, weil der sich nicht an Gesetze hält und die negativen Folgen seines Angebots für Individuen und Gesellschaft ignoriert. Dieser Druck muss auch künftig aufrechterhalten bleiben, denn sonst wird sich nichts ändern und es bleibt bei Hass, Falschinformation, Manipulation und dem Missbrauch von Macht. Die Politik bleibt gefordert, und Zuckerberg muss handeln, wenn ihm Glaubwürdigkeit wichtig ist.