Interview mit Weihbischof Dominikus Schwaderlapp

"Ich bin gespannt, was er anpacken wird"

Der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp

Köln. Kurz vor dem Segen bei einem Fastengottesdienst in Neuss erhielt der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp eine SMS, dass weißer Rauch aus der Sixtina quoll. Mit ihm sprach Bernd Eyermann.

Wie bewerten Sie die Wahl?
Weihbischof Dominikus Schwaderlapp: Es ist auch für mich eine Überraschung. Aber das zeigt noch einmal sehr deutlich: Das ist nicht eine Wahl, bei der es darum geht, dass derjenige gewählt wird, den man sich selbst vorstellt. Die Kardinäle haben sich getroffen, um den zu wählen, von dem sie überzeugt sind, dass der es nach dem Willen Gottes werden soll. Da denkt man nicht in den Kategorien: Der könnte von meiner Partei oder deiner Partei sein. Das finde ich das Faszinierende daran.

Dennoch: Vor acht Jahren soll Bergoglio als Kandidat der Reformer im Konklave gegolten haben. Bedeutet das etwas?Schwaderlapp: Jeder Papst, jeder Bischof, jeder Priester, jeder Christ muss daran interessiert sein, jeden Tag zur Erneuerung des Glaubens beizutragen. Was damals gesagt wurde, dazu will ich mich nicht äußern. Ich glaube, dass auch dieser Papst - wie sein Vorgänger - zur Erneuerung der Kirche beitragen wird. Ich bin ganz gespannt, was er für Inspirationen gibt, was er anpacken wird.

Haben Sie dafür einen Wunsch?
Schwaderlapp: Dass er uns Deutschen den manchmal verbreiteten Mehltau der Resignation nimmt. Und uns vor Augen führt, dass der Glaube schön ist, wir uns nicht verstecken sollen und in der Öffentlichkeit zu diesem Glauben stehen. Dann würde schon ein Ruck durch die Kirche in Deutschland gehen.

Wie haben Sie ihn auf der Loggia erlebt?
Schwaderlapp: Schön fand ich, dass er gesagt hat, wir beginnen einen gemeinsamen Weg - gläubiges Gottesvolk und der Bischof von Rom. Wichtig ist, dass wir uns nicht auseinander dividieren lassen und gemeinsam den Weg des Glaubens gehen.