Kommentar zum Ausstieg aus dem Menschenrechtsrat

Festung Amerika

Die US-Regierung ist aus dem Menschenrechtsrat ausgetreten.

Die US-Regierung ist aus dem Menschenrechtsrat ausgetreten.

Festung Amerika, das ist es letztlich, was Trump will. Ein Menschenrechtsrat stört da nur, kommentiert Dirk Hautkapp.

Wieder ein Schritt in Richtung Isolationismus. Wieder ein Beispiel dafür, dass der ehemalige Welt-Mannschaftsführer USA unter Donald Trump nur noch brotlose Alleingänge kann. Mit dem Ausstieg aus dem gewiss stark reformbedürftigen UN-Menschenrechtsrat dokumentieren die USA einmal mehr, dass sie in Zeiten, in denen intelligente Führungskraft mehr denn je gefragt ist, internationalen Organisationen den Rücken kehren, wenn nicht alle nach Trumps Pfeife tanzen.

Flucht aus der Verantwortung auf breiter Front wird zum Markenzeichen der Regierung eines Mannes, der alles daran setzt, die über Jahrzehnte gewachsene und maßgeblich von Amerika geprägte internationale Ordnung zu schreddern. Im Fall Menschenrechtsrat sind die Motive perfide. Ein Gremium, in dem Trumps wichtigster Alliierter im Nahen Osten – Israel – überproportional oft vor allem von bekennenden Menschenrechtsverletzern wie China, Russland oder Venezuela mit negativen Resolutionen überzogen wird, war daher von Anfang an eine probate Zielscheibe.

Trumps verlässt den Verhandlungstisch in Genf ausgerechnet in dem Moment, in dem der Menschenrechtsrat die US-Administration für die selbst verschuldete humanitäre Katastrophe bei minderjährigen Asylsuchenden an der Grenze zu Mexiko kritisiert. Offenkundig möchte hier jemand in den nächsten Wochen öffentlich nicht auch auf der Plattform der UN vorgeführt werden. Festung Amerika, das ist es letztlich, was Trump will. Ein Menschenrechtsrat stört da nur.