Kommentar zur Lage in Simbabwe

Afrikanische Krankheit

Robert Mugabe, Präsident von Simbabwe.

Robert Mugabe, Präsident von Simbabwe.

Simbabwe. Mugabe hat nie Skrupel gezeigt, wenn es darum ging, politische Gegner einzuschüchtern und zugleich sich und seiner Familie die Taschen zu füllen. Doch nun hat die Clique um den greisen Tyrannen offenbar den Bogen überspannt, kommentiert Lutz Warkalla.

Robert Mugabe ist der Inbegriff der afrikanischen Krankheit. Ihre Symptome sind politische Führer, die Hoffnung erweckend starten und eine kluge, verantwortliche Politik betreiben, im Laufe der Zeit aber der Faszination der Macht erliegen, bis ihre gesamte Politik schließlich nur noch um eines kreist: den eigenen Machterhalt und das Mehren ihres persönlichen Reichtums. Prunksucht ist auch in Simbabwe das Aushängeschild dieses Typs des afrikanischen Herrschers und der ihn umgebenden Clique. Dass darüber die Wirtschaft zusammenbricht und das Volk in Armut versinkt, spielt keine Rolle.

Mugabe hat nie Skrupel gezeigt, wenn es darum ging, politische Gegner einzuschüchtern und zu drangsalieren und zugleich sich und seiner Familie die Taschen zu füllen. Doch nun hat die Clique um den greisen Tyrannen offenbar den Bogen überspannt: Das Militär, der wichtigste Stützpfeiler des Regimes, spielt nicht mehr mit. Bei diesem Machtkampf geht es vermutlich weniger um Mugabe selbst, der trotz seines Alters von 93 Jahren und angeschlagener Gesundheit im kommenden Jahr noch einmal zu den Präsidentschaftswahlen antreten wollte, als um seine zweite Ehefrau Grace.

Sie wird wegen ihrer maßlosen Verschwendungssucht mit gutem Grund „Gucci Grace“ genannt und schickt sich offenbar an, ihren Ehemann politisch zu beerben. Das wollen die Militärs verhindern. Die Aktion richte sich gegen Kriminelle in Mugabes Umfeld, teilten sie mit. Das lässt viel Raum für Spekulation, aber auch für Ungewissheit, ob dieser Aufstand ein Schritt zurück zu einem demokratischen Simbabwe ist.