Skandal am Flughafen Köln/Bonn

Suspendierter Garvens weist alle Vorwürfe zurück

Michael Garvens auf dem Flughafen Köln-Bonn.

Michael Garvens auf dem Flughafen Köln-Bonn.

Bonn. Der suspendierte Chef des Flughafens Köln/Bonn, Michael Garvens, äußert sich erstmals zu den Vorwürfen, die gegen ihn erhoben wurden. Er beklagt sich über Rufschädigung.

Der suspendierte Chef des Flughafens Köln/Bonn, Michael Garvens, geht auf Konfrontationskurs zum Aufsichtsrat des Airports. In einem Schreiben seiner Anwälte Rolf Bietmann aus Köln und Johannes Zimmermann aus Düsseldorf weist Garvens die von dem Gremium gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

Garvens wehre sich „mit Entschiedenheit gegen die öffentlich erhobenen Vorwürfe, die ihn als Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens in nicht zu akzeptierender Weise schädigen“, heißt es in dem Schreiben, das dem General-Anzeiger vorliegt. Zugleich bietet Garvens an, „gerne und jederzeit“ an der Aufklärung der Vorwürfe mitzuarbeiten, „sobald ihm die Gelegenheit hierzu eingeräumt wird“.

In der Stellungnahme äußert sich Garvens Punkt für Punkt zu den Hauptkritikpunkten aus dem Prüfbericht einer Rechtsanwaltskanzlei und eines Wirtschaftsprüfungsunternehmens, der mögliche schwere Pflichtverletzungen der Geschäftsführung des Airports auflistet. Die Beschuldigungen beruhten „zu einem großen Teil“ auf einem anonymen Schreiben aus dem Jahr 2012, heißt es in dem Anwaltsschreiben.

Garvens streitet Vorwürfe ab

Dazu gehöre unter anderem der Vorwurf, Garvens habe Führungskräfte des Flughafens über Jahre von der Arbeit freigestellt. Das Thema habe der Airport-Chef mit dem seinerzeitigen Aufsichtsratsvorsitzenden Volker Hauff erörtert, ohne dass es eine Reaktion gegeben habe. Die Freistellungen bestreitet Garvens nicht. Er begründet sie aber mit der „faktischen Unkündbarkeit“ von Flughafen-Mitarbeitern, die bei seinem Amtsantritt und dem damit verbundenen „Neuanfang“ am Airport 2002 neue Aufgaben zugewiesen bekommen hätten.

Auch dem Vorwurf von nicht abgerechneten Privatflügen tritt Garvens entgegen. Die Kosten seien „stets in vollem Umfang von seinem privaten Konto bezahlt worden“ heißt es in dem Schreiben. Garvens habe auch „stets darauf geachtet, dass für Zahlungen des Flughafens Gegenleistungen zu erbringen waren“. Damit begegnet er dem im Prüfbericht erhobenen Untreuevorwurf. Insgesamt weist Garvens auf seine Verdienste für den Erfolg des Flughafens Köln/Bonn hin, der sich unter seiner Führung zu einer „Erfolgsgeschichte für die Wirtschaftsregion Rheinland“ entwickelt habe.