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Norman Schwarzkopf
Stürmischer Kriegsheld der USA starb im Alter von 78 Jahren
Von Dirk Hautkapp
WASHINGTON. Es gibt nicht viele amerikanische Militärs, auf die sich Joschka Fischer zu Amtszeiten regelmäßig berufen hat. Norman Schwarzkopf war wohl der Einzige. Am Donnerstag ist er im Alter von 78 Jahren in Tampa/Florida an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben.
'Stormin' Norman' wurde der General genannt. Foto: ap
Was der Kopf von "Desert Storm", dem US-Feldzug gegen die irakische Besetzung Kuwaits 1991, über den Verzicht auf die damals leicht mögliche Einnahme Bagdads zu sagen hatte, benutzte der frühere deutsche Außenminister, um seine Bedenken gegen den späteren Irak-Feldzug zu untermauern.
"Wenn wir den ganzen Irak eingenommen hätten, wären wir noch immer da. Und nicht die Vereinten Nationen, sondern wir würden die Kosten dieser Okkupation tragen." So schrieb es der wegen seines bulligen, äußerst stürmischen Auftretens "Stormin? Norman" genannte Vier-Sterne-General in seinen bereits 1992 mit einem Vorschuss von sieben Millionen Dollar erschienen Memoiren. Titel: "Man muss kein Held sein." Besagten Status erwarb sich der 1934 in Trenton/New Jersey geborene Schwarzkopf, Enkel deutscher Auswanderer, als er nach 43 Tagen im Frühjahr 1991 als Kommandeur der US-Streitkräfte in Kuwait Vollzug meldete. Saddam Husseins Truppen zogen sich aus dem kleinen Nachbarstaat zurück, der Irak wurde international geächtet.
Schwarzkopf begann seine militärische Laufbahn 1959 in Deutschland als Leutnant der Berlin Brigade. Später folgten leitende Einsätze in Vietnam. Für die US-Invasion auf der Karabikinsel Grenada 1983 entwarf der hoch dekorierte Soldat die Planung. Was ihn nicht davon abhielt, spätere Interventionen - wie eben den Irak-Krieg des George W. Bush - scharf zu kritisieren.
Wenn Obamas Sprecher Jay Carney sagt: "Mit dem Tod von Genera Norman Schwarzkopf haben wir ein amerikanisches Original verloren", dann stimmen Freund wie Feind zu. Der in Deutschland und der Schweiz auf Internaten ausgebildete Liebhaber von Ballett, Oper, Steaks und Schokolade-Pfefferminz-Eis, der in jungen Jahren Joan-Baez und Bob Dylan verehrte, hinterlässt Frau, einen Sohn und zwei Töchter.
Artikel vom 29.12.2012
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