Post-Beihilfen: Wettbewerb stockt

Es ist ein weiterer Schritt im ewigen Hin und Her zwischen der Deutschen Post und den Brüsseler Wettbewerbshütern. Mal muss das ehemalige Staatsunternehmen die Beihilfen des Bundes zurückzahlen, mal darf es sie am Ende dann doch behalten.

Was auf den ersten Blick als bizarrer Bürokraten-Streit erscheint, hat einen ganz pragmatischen Hintergrund. Losgelöst von den juristischen Details des jeweiligen Verfahrens: Brüssel hat Recht, wenn es den Wettbewerb auf dem Postmarkt besonders streng unter die Lupe nimmt.

Denn während bei den anderen ehemaligen Staatsmonopolen wie Telekommunikation und Energieversorgung Verbraucher längst zwischen vielen Anbietern wählen können, sind vor allem bei den privaten Briefen bisher alle nennenswerten Versuche gescheitert, dem gelben Riesen aus Bonn Konkurrenz zu machen.

Das liegt zum einen in der Natur der Sache: Nur wer viele Briefe befördert, kann es sich leisten, auch das entlegenste Bergdorf zu beliefern. Und während die Telekommunikationsbranche mit ständig neuen Erfindungen den Markt revolutioniert, bleibt ein Brief ein Brief. Dadurch wird er als Geschäftsmodell nicht attraktiver.

Es liegt aber auch daran, dass die Rahmenbedingungen für mehr Wettbewerb im Postmarkt noch nicht optimal aufgestellt sind. Experten fordern, die Post strenger zu kontrollieren. Der Konzern soll unter anderem seine Preisgestaltung stärker offenlegen.

Letztendlich kommt der Druck zu mehr Wettbewerb dem Verbraucher zugute. Denn nur so sinken die Preise.