Kommentar zur Bundeswehr in Afghanistan und Irak

Notwendig

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geht im Feldlager Camp Marmal neben Soldaten.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geht im Feldlager Camp Marmal neben Soldaten.

Der Beitrag ist im Sinne der Bündnissolidarität notwendig, auch wenn er Zuhause wenig Beifall auslösen wird. Am Ende wird er am Ergebnis gemessen, kommentiert Holger Möhle.

Dieser Einsatz nimmt kein Ende. Die Bundeswehr steht im mittlerweile 17. Jahr am Hindukusch. Ende 2014 beendete die Nato offiziell ihren Kampfeinsatz. Doch der Kampf geht weiter. Radikalislamische Taliban und längst auch Todesschwadronen der Terrormiliz IS haben Unterdrückung, Terror und Instabilität in Teile des Landes zurückgebracht. Erst vergangenes Jahr griffen Taliban mit Raketenwerfern einen Stützpunkt der afghanischen Armee in Masar-i-Scharif an, nur wenige Kilometer vom Feldlager der Bundeswehr.

Wenn Afghanistan eines noch fernen Tages doch auf eigenen Füßen stehen soll, will die Nato nun ihr Engagement am Hindukusch erneut verstärken. Und mit ihr die Bundeswehr. Das Bündnis will die afghanischen Waffenbrüder noch entschlossener trainieren als es bisher offenbar geschehen ist. Die Bundeswehr kann dabei nicht außen vorbleiben.

Ministerin von der Leyen wird auch mit dieser Aufstockung Afghanistan nicht befrieden. Aber der Beitrag ist im Sinne der Bündnissolidarität notwendig, auch wenn er Zuhause wenig Beifall auslösen wird. Am Ende wird er am Ergebnis gemessen. Und das ist bislang mehr als unbefriedigend.

Weil der IS-Terror vor keiner Grenze stoppt, soll zudem auch der Anti-IS-Einsatz im Irak ausgeweitet werden. Neben kurdischen Peschmerga im Norden soll die Bundeswehr bald vor allem die Armee der irakischen Zentralregierung ausbilden. Der Kampf gegen den Terror ist eine endlose Geschichte. Die deutschen Einsätze in Afghanistan, Irak und im Luftraum über Syrien gehen in ihre nächsten Etappen. Ende offen.