Präsidenten-Termin der angenehmeren Art: Neue Enthüllung im Präsidialamt | GA-Bonn

Präsidenten-Termin der angenehmeren Art

Neue Enthüllung im Präsidialamt

BERLIN.  Diese Spitze musste dann doch sein: Es gebe wieder "neue Enthüllungen" im Präsidialamt, witzelte am Montagvormittag Bundespräsident Joachim Gauck. Anlass waren aber nicht Neuigkeiten von und über seinen Vorgänger Christian Wulff, der wieder Schlagzeilen gemacht hatte.

Horst Köhler inspiziert Horst Köhler. Foto: dpa

Nein: Es war am Montag ein Präsidenten-Termin der angenehmeren Art. Gauck enthüllte eine Büste seines Amts-Vorvorgängers Horst Köhler. Und das an seinem 100. Arbeitstag. Das Werk findet neben Büsten aller Vorgänger in der Wandelhalle des Präsidialamtes Platz. "Wir haben für Sie eine Nische gefunden", meinte das Staatsoberhaupt mit Blick auf die Büsten-Wand. Köhler war 2010 völlig unerwartet zurückgetreten. Gauck wird erst nach dem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt in die Ahnen-Galerie aufgenommen werden.

Ob und wann Christian Wulff dort berücksichtigt werden soll, ist übrigens wohl geklärt: Der Zwei-Jahrespräsident Wulff wird in der Büsten-Galerie aufgenommen; "mir ist nichts Gegenteiliges bekannt", sagte ein Präsidialamtssprecher dem General-Anzeiger. Kostenpunkt pro Büste: 20.000 Euro. Finanziert wird der Titel aus dem Etat des Präsidialamtes. Der Lübecker Künstler Bertrand Freiesleben hat häufiger Präsidentenporträts geschaffen. Beispielsweise von Walter Scheel, Richard von Weizsäcker und Roman Herzog.

Gauck nutzte in einer kleinen Zeremonie die Gelegenheit, um über die Enthüllung als solche zu räsonieren. Ins Griechische übersetzt bedeute das Wort in etwa Apokalypse. Davon sei die Stimmung in Deutschland weit entfernt.

Gauck würdigte den 69-jährigen Köhler, der immer "unverstellt, glaubwürdig und geradeaus" ausgerichtet war.

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