In deutschen Gewässern

Mindestens 19 Badetote an einem Wochenende

Badetoter an der Ostsee

Rettungskräfte versorgen am Strand von Ückeritz (Mecklenburg-Vorpommern) einen leblosen Mann. Foto: Tilo Wallrodt

21.07.2014 Berlin. Tragische Bilanz eines Sommerwochenendes: Mindestens 19 Menschen sind beim Baden in deutschen Gewässern ums Leben gekommen.

Allein in Mecklenburg-Vorpommern starben am Wochenende mindestens sieben Menschen, in Berlin und Brandenburg vier, in Nordrhein-Westfalen mindestens drei, in Bayern zwei, in Hessen und Niedersachsen sowie Schleswig-Holstein gab es mindestens einen Badetoten. Außerdem werden noch mehrere Menschen vermisst.

Eine hohe Zahl von Badetoten ist oft die Schattenseite eines Supersommers. Vergangenes Jahr ertranken laut DLRG (Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft) allein in den Ferienmonaten Juni bis Mitte August in deutschen Gewässern etwa 250 Menschen, was etwa 23 Badetoten pro Woche entsprach.

Als besonders gefährdet gelten Männer über 60, wie DLRG-Sprecher Martin Janssen am Montag der Nachrichtenagentur dpa sagte: "Leichtsinn gepaart mit einem geschwächten Herz-Kreislauf-System führen häufig zu Herzversagen, Krämpfen oder schneller Erschöpfung."

MECKLENBURG-VORPOMMERN: Im Ostseeheilbad Graal-Müritz starb ein Achtjähriger, der am Sonntag beim Schwimmen verschwand und erst nach 20 Minuten aus dem Wasser gezogen wurde. Nachdem er zunächst wiederbelebt werden konnte, starb er in einer Klinik in Rostock. Ein 88-Jähriger starb am Sonntag in einem Badesee in der Feldberger Seenlandschaft. Der Mann ging beim Schwimmen plötzlich unter und wurde schließlich leblos am Strand gefunden. Ebenfalls am Sonntag starben am Strand von Prora auf Rügen ein 59-Jähriger und seine gleichaltrige Frau. Das Ehepaar aus Bergen auf Rügen wurde leblos aus der Ostsee geborgen. Vor Sellin ebenfalls auf Rügen kam am Sonntag ein 56 Jahre alter Familienvater aus Niedersachsen ums Leben. Vor Ückeritz auf der Insel Usedom starb ein 60-Jähriger aus Berlin. Bereits am Samstag kam ein 46 Jahre alter Urlauber aus Hamburg auf der Insel Hiddensee beim Baden in der Ostsee ums Leben. Andere Badegäste hatten den Leblosen im Wasser am Strand von Vitte entdeckt.

BERLIN UND BRANDENBURG: In Berlin und Brandenburg kamen vier Männer ums Leben, darunter am Samstag ein 35-Jähriger im Plötzensee in Berlin-Wedding und ein 23-Jähriger am Freitag im Becken des Badeschiffs in Berlin-Treptow.

NORDRHEIN-WESTFALEN: In Nordrhein-Westfalen starb ein 37-Jähriger am Samstagabend bei einem Badeunfall in einem See in Espelkamp in der Region Ostwestfalen-Lippe. Freunde am Ufer sahen, wie der Mann auf einmal Probleme bekam. Sie sprangen ins Wasser, konnten ihm jedoch nicht mehr helfen. Tragisch endete am Sonntag auch ein Badeausflug im ostwestfälischen Kalletal für einen 19 Jahre alten Nichtschwimmer, wie das "Westfalen-Blatt" berichtete. Der Mann wollte sich laut Polizei von einem Bekannten zu einer Insel auf einem Badesee ziehen lassen. Nach wenigen Metern schwanden jedoch beiden die Kräfte und sie tauchten ab. Der 19-Jährige konnte nicht wiederbelebt werden. In Düsseldorf fanden Taucher am Sonntag einen 34 Jahre alten vermissten Badegast in einem Baggersee, fünf Meter vom Ufer entfernt.

BAYERN: In Bayern ertrank am Samstag im oberfränkischen Hirschaid ein 47-Jähriger in einem Baggersee. Der womöglich betrunkene Mann ging beim Schwimmen mit drei Freunden plötzlich unter. Im oberbayerischen Eibsee unterhalb von Deutschlands höchstem Berg Zugspitze nahe Grainau ertrank am Sonntag ein 22-Jähriger beim Baden.

In NIEDERSACHSEN ertrank im ostfriesischen Neermoor in einem See ein 33-Jähriger aus Polen, in HESSEN in einem See in Vöhl ein 19-Jähriger.

In SCHLESWIG-HOLSTEIN wurde am Montag eine 47-Jährige tot aus dem Badesee Selker Noor geborgen. Zuletzt war die Frau am Samstagabend gesehen worden.

VERMISSTE:

Im Rhein bei Düsseldorf ertrank wahrscheinlich ein 20-Jähriger. Der Nichtschwimmer hatte beim Besuch der Rheinkirmes mit seiner Familie Abkühlung im Fluss gesucht und tauchte nicht mehr auf. Die Suche mit Booten und Hubschraubern blieb zunächst vergebens. (dpa)